Verfasst von: aeropersredaktion | 21/03/2011

GAV-Verhandlungen zwischen AEROPERS und Swiss gescheitert

Nach monatelangen Verhandlungen, in denen sich das Swiss Management so gut wie gar nicht auf die Verhandlungsdelegation von AEROPERS zubewegte, hat der AEROPERS-Vorstand gestern Abend nach einem letzten Spitzengespräch den Abbruch der Verhandlungen bekanntgegeben und die folgende Medienmitteilung veröffentlicht. AEROPERS sieht das Verhalten des Swiss Managements als Provokation, einen „völlig unnötigen und nicht nachvollziehbaren öffentlichen Machtkampf mit der AEROPERS“ auszufechten.

AEROPERS vertritt die Meinung, Swiss könne und müsse sich angesichts der hohen Gewinne, die die Airline abwirft, wieder Investitionen ins Personal leisten. Es gehe nicht an, dass alle Gewinne nach Deutschland abfliessen, während das hiesige Personal weiterhin unter langfristig unzumutbaren Arbeitsbedingungen diesen Gewinn erwirtschafte. Das Swiss-Management müsse sich die Investitionen sogar leisten, weil das angestrebte Wachstum sonst nämlich daran scheitere, dass es zu wenig Piloten gäbe. „Ohne konkurrenzfähige Arbeitsbedingungen keine Piloten und ohne Piloten keine Airline“, so der Verband. Ein zuverlässiges Pilotenkorps ist die Hauptstärke einer Airline und zwingend notwendig für deren langfristigen Erfolg.

„Wir bedauern das Verhalten der Geschäftsleitung und sind enttäuscht, dass trotz zahlreicher Bemühungen unsererseits, konstruktive Ergebnisse vom Verhandlungsteam der Swiss stets verhindert wurden“, fasst Präsident Odermatt die Haltung des Verbands zusammen.

Mediencommuniqué der AEROPERS vom 20.03.2011

GAV-Verhandlungen zwischen AEROPERS und Swiss gescheitert

Sehr geehrte Damen und Herren

AEROPERS, der Verband der Airbuspiloten der Swiss International Air Lines, teilt mit, dass die Verhandlungen zu einem neuen Gesamtarbeitsvertrag gescheitert sind.

Man bedauere, dass nach monatelangen erfolglosen Verhandlungen auch in einem letzten Spitzengespräch des Präsidenten der AEROPERS, Rolf Odermatt, mit dem CEO der Swiss, Harry Hohmeister, keine Einigung über die strittigen Themen erzielt werden konnte.

„Wir erklären ausdrücklich, dass wir eine Lösung auf dem Verhandlungsweg gesucht haben. Leider scheint die Firma keinen Bedarf für diesen Weg zu sehen, sondern lieber einen völlig unnötigen und nicht nachvollziehbaren öffentlichen Machtkampf mit der AEROPERS zu provozieren“, so Odermatt. Die Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen, die über eine Karriere lang ertragbar sind, mehr und besser planbare Erholungszeit und ein branchengerechtes Salär.

Durch die Forderungen der AEROPERS entstehen Mehrkosten. Zum Beispiel müssen neue Piloten eingestellt werden, um den Swiss-Piloten und deren Familien eine zuverlässigere Erholungs- und Freizeitplanung sowie weniger Arbeit auf Abruf zuzugestehen. Das Thema sei vor allem deshalb brisant, weil z.B. Langstreckenpiloten bei einem Einsatz auf Abruf oft nicht nur für Stunden, sondern gleich mehrere Tage lang ungeplant von zuhause abwesend sind. Ihre Familien sind dann jeweils von einem Moment auf den anderen mit dieser Abwesenheit konfrontiert, so AEROPERS. Es sei kaum noch möglich, Ferien mit der Familie oder Freizeit mit Freunden zu planen. Die Dringlichkeit der Probleme wurde bereits am 26.11.2010 deutlich, als mehr als 300 Piloten in einem „Marsch der Zuverlässigen“ zur Übergabe einer Petition zum Firmensitz in Kloten zogen und damit Ihre Einheit und Solidarität bekundeten.

AEROPERS vertritt die Meinung, Swiss könne und müsse sich angesichts der hohen Gewinne, die die Airline abwirft, diese Investitionen ins Personal leisten. Es gehe nicht an, dass alle Gewinne nach Deutschland abfliessen, während das hiesige Personal weiterhin unter langfristig unzumutbaren Arbeitsbedingungen diesen Gewinn erwirtschafte. Das Swiss-Management müsse sich die Investitionen sogar leisten, weil das angestrebte Wachstum sonst nämlich daran scheitere, dass es zu wenig Piloten gäbe. „Ohne konkurrenzfähige Arbeitsbedingungen keine Piloten und ohne Piloten keine Airline“, so der Verband. Ein zuverlässiges Pilotenkorps ist die Hauptstärke einer Airline und zwingend notwendig für deren langfristigen Erfolg.

Das Management der Swiss habe bis zuletzt auf seinem für die Piloten nicht akzeptablen Angebot beharrt. „Wir konnten darin unsere Interessen und Bedürfnisse in keiner Weise wiederfinden. Dieses Verhalten spricht nicht für die Wertschätzung eines zuverlässigen Sozialpartners“, so Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer der AEROPERS und Delegationsleiter des Verhandlungsteams.

„Wir bedauern das Verhalten der Geschäftsleitung und sind enttäuscht, dass trotz zahlreicher Bemühungen unsererseits, konstruktive Ergebnisse vom Verhandlungsteam der Swiss stets verhindert wurden“, fasst Präsident Odermatt die Haltung des Verbands zusammen.

Es sei noch offen, ob die Gespräche wieder aufgenommen werden. Die AEROPERS erwarte vom Swiss-Management nun endlich ein verhandlungsfähiges Angebot. Sollte es bis zum 31.03.2011 zu keiner Einigung kommen, herrsche zwischen den Airbus-Piloten und Swiss International Air Lines ab 01.04.2011 ein vertragsloser Zustand.

Über den weiteren Verlauf dieser unbefriedigenden Situation wird AEROPERS via TWITTER (http://twitter.com/pilotsofswiss) und die Facebook-Seite (http://www.facebook.com/pilotsofswiss) laufend informieren.

Zusätzlich zur Medienmitteilung wurde noch ein Interview mit AEROPERS-Präsident Rolf Odermatt veröffentlicht, das auch wir in den kommenden Minuten online schalten werden.
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Responses

  1. […] oder andere Informationsveranstaltung der Aeropers kommen, denn bekanntlich hat die Aeropers die GAV-Verhandlungen abgebrochen und die Kantonale Einigungsstelle eingeschaltet. Like […]


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