Verfasst von: aeropersredaktion | 28/03/2011

Blockade im Piloten-GAV: AEROPERS schaltet Kantonale Einigungsstelle ein

20 Minuten berichtete heute online – der Artikel wurde mittlerweile vom Netz genommen, die Streikgefahr sei gebannt und es begännen „die Fronten zu bröckeln. Offenbar möchten immer mehr Piloten einlenken.“ Davon kann keine Rede sein, wie die folgende Medienmitteilung zeigt.

Mediencommuniqué der AEROPERS vom 28.03.2011

Blockade im Piloten-GAV: AEROPERS schaltet Kantonale Einigungsstelle ein

Ende März läuft die Friedenspflicht zwischen der Swiss und ihren Airbuspiloten aus. Die Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen, damit Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs auch weiterhin garantiert werden können. Weil die Swiss aber nicht mehr direkt, sondern über die Medien verhandelt, und dadurch das Vertrauen in den Verhandlungspartner massiv gestört wurde, schaltet der Verband nun die „Kantonale Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten“ ein.

AEROPERS, der Verband der Airbuspiloten der Swiss International Air Line, will einen neuen Gesamtarbeitsvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen, um den Pilotenberuf wieder attraktiver zu machen. Dieser Beruf, bei dem Image und Realität sehr weit auseinanderklaffen, hat ein ernstes Nachwuchsproblem, denn während die Anforderungen gleich hoch geblieben sind, haben sich die Bedingungen in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert. „Wenn COO Hiltebrand behauptet, ein Pilot habe einen Job, „von dem viele träumen“, dann meint er wohl das Pilotenbild Hollywoods, nicht aber die Realität unseres Arbeitsalltags“, meint AEROPERS-Präsident Rolf Odermatt deshalb zur Position des Swiss-Managements. Diesem gelingt es nämlich nicht, alle offenen Stellen zu besetzen, so dass die zunehmende Arbeitslast der sich im Steilflug nach oben befindlichen Airline auf das bestehende Pilotenkorps aufgeteilt werden muss. Dies hat zur Folge, dass sich in letzter Zeit 30 Mannjahre bzw. 10’000 Tage nicht bezogener Ferien angehäuft haben.

Bessere Arbeitsbedingungen sind ganz entscheidend dafür, das Problem des Pilotenmangels bei der Swiss zu lösen, und dem aktuellen Korps zu ermöglichen, seine gesetzlich und vertraglich garantierten Erholungszeiten einzuhalten. Auf Dauer gefährdeten die aktuellen Arbeitsbedingungen sonst die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs, sind sich die Piloten einig. Alternativ zu besseren Arbeitsbedingungen könne man zwar auch die Anforderungen an neue Kandidaten senken und die lange Ausbildungszeit von zwei Jahren kürzen, allerdings habe dies dann negative Folgen für die Qualität der Pilotenausbildung, warnt AEROPERS.

Am 20. März sah sich AEROPERS leider zum Abbruch der Verhandlungen mit der Swiss gezwungen. Das von Swiss publizierte „Angebot“ beinhaltet mehrere informelle Vorschläge, mit denen das Swiss-Management den Piloten Entgegenkommen suggerieren wollte, welche aber nie offiziell unterbreitet wurden. Im Gegenteil, als AEROPERS kritisierte, diese seien nicht ausreichend, und es handle sich auch nicht um ein offizielles Angebot, hiess es von Seiten des Swiss-Managements, dass es diese Vorschläge nie gegeben habe. Umso befremdeter nimmt AEROPERS nun zur Kenntnis, dass die Swiss das gleiche Angebot in den Medien als offiziell unterbreitetes Verhandlungsangebot darstellt. Laut AEROPERS hat das Management der Swiss damit den letzten Rest Vertrauen zerstört, das Verhandlungspartner ineinander haben müssen.

Es ist AEROPERS weiterhin ein wichtiges Anliegen, die für die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs notwendigen Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Bei einem Streik würden alle Parteien verlieren. Um deshalb die aktuelle Blockade zu lösen, hat der Verband sich heute mit einem Brief an die „Kantonale Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten“ gewandt. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, ein für die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs notwendiges Minimum an Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen doch noch auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Wir werden alles daran setzen, einen Streik zu vermeiden. Aber angesichts der Verantwortung gegenüber unseren Passagieren und Familien muss die Swiss sich endlich bewegen und nach all den Jahren, in denen beim Personal gespart wurde, nun endlich wieder ins Personal investieren, statt mit fetten Gewinnen nur die Lufthansa zu erfreuen“, so Präsident Rolf Odermatt.


Responses

  1. […] der Aeropers kommen, denn bekanntlich hat die Aeropers die GAV-Verhandlungen abgebrochen und die Kantonale Einigungsstelle eingeschaltet. Like […]


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