Verfasst von: aeropersredaktion | 13/04/2011

Tendenziell müde Piloten…

«Müde Piloten und mangelnde Ausbildung» – so betitelte die Neue Zürcher Zeitung am 6. April 2011 einen Artikel über zwei Untersuchungsberichte, einer davon u2091 des Büros für Flugunfalluntersuchungen zum „Airprox zwischen dem Flugzeug Airbus A330-223, HB-IQK betrieben durch Swiss International Air Lines unter Funkrufzeichen SWR 155 und dem Flugzeug Airbus A330-223, HB-IQC betrieben durch Swiss International Air Lines unter Funkrufzeichen SWR 229 vom 20. März 2009, 15 NM nordöstlich vom Flughafen Zürich“

Die NZZ schreibt:

Das Büro für Flugunfalluntersuchungen hat zwei Berichte zu gefährlichen Annäherungen (Airprox) in Zürich publiziert. Im Oktober 2007 musste eine Lufthansa-Maschine im Nordanflug auf Piste 14 durchstarten, während eine kurz zuvor Richtung Osten auf Piste 10 gestartete jordanische Maschine in einer Linkskurve Richtung Westen die Piste 14 überflog. Das führte zu einem Airprox. Laut Bericht waren die Flugverkehrsleiter von Skyguide «bezüglich der möglichen Konfliktsituation unzureichend ausgebildet». Skyguide hat laut einer Stellungnahme die Sicherheitsmargen so weit wie möglich erhöht und die Schulung für das seltene Verfahren intensiviert. Im zweiten Fall hatten sich im März 2009 zwei Swiss-Maschinen im Warteraum Amiki einander gefährlich stark genähert. Das Büro sieht als möglichen Grund, dass die Flugzeugbesatzung «tendenziell müde» war.

Der letzte Satz lässt aufhorchen. Er unterstreicht unsere Position, wonach unsere Piloten immer näher ans Limit müssen, was eine Zeit lang gut geht, auf Dauer aber nicht tolerierbar ist. Noch reicht die „Pufferzone“, aber mit dem geplanten Wachstum und dem sich daraus resultierenden Pilotenmangel wird es nicht besser werden. Die Swiss kauft Flugzeuge für 3 Milliarden Franken. Wir fragen uns, wer die denn fliegen soll? Deshalb werden wir weiterhin alles daran setzen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um unseren Beruf wieder attraktiver zu machen, um so den Pilotenmangel beheben zu können. Um Zuverlässigkeit und Sicherheit auch langfristig gewährleisten zu können, führt kein Weg daran vorbei.

Untersuchungsbericht u2091 des Büros für Flugunfalluntersuchungen (pdf).


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