Verfasst von: aeropersredaktion | 28/10/2011

Referat von Vizepräsident Tom Steffen an der gestrigen Medienkonferenz

Flughafeninitiativen:

2 x NEIN, weil gefährlich und unnötig

Gefährlich

Die Behördeninitiative verbietet jegliche Aus- und Neubauten der Start- und Landebahnen (endgültiges Ausbauverbot)

Dies ist aus zwei Gründen gefährlich:

  • Für die Piloten bedeutet dies eine Verhinderung der Weiterentwicklung der Sicherheit.
  • Jede politische und gesetzliche Einschränkung des Flugbetriebs gefährdet die Sicherheit.
  • In Zürich findet bereits heute eine Mehrheit der Landungen mit Rückenwind statt, weil politische Einschränkungen die Anwendungen der normalen Verfahren verhindern. Bei einer Landung mit Rückenwind benötigt eine Maschine eine wesentlich längere Landebahn. Falls es zusätzlich regnet, kann dies dazu führen, dass Landungen durch die politischen Umstände in Zürich unmöglich werden
  • Die Einführung von zukünftigen, fortschrittlichen An- und Abflugverfahren wird durch die Initiativen behindert.
  • Die Installation des Instrumentenlandesystems für die Piste 28 in Zürich hat zu einem zuverlässigeren und präziserem Anflug geführt. Solche neuen Installationen wären in Zukunft nicht mehr möglich.
  • Der Absturz des Jumbolinos in Bassersdorf im November 2001 hat sich vor der Einführung des heutigen Präszisionsanflugverfahrens ereignet.
  • Ausserdem wird der Wirtschaftsstandort Zürich und damit tausende von Arbeitsplätzen und langfristig der Wohlstand des Kantons Zürich gefährdet.
  • Am Flughafen Zürich arbeiten 1500 Personen, die Swiss beschäftigt in Zürich mehr als 5500 Mitarbeiter und die Unternehmen, die direkt am Flughafen angesiedelt sind, bieten über 23‘000 Menschen eine Arbeitsstelle

Unnötig

  • Niemand will Fluglärm. Deshalb unternehmen Flugzeugbauer und Luftfahrtgesellschaften weltweit grosse Anstrengungen, um den Lärm permanent zu reduzieren. Das nächste Flugzeug der Swiss Kurzstreckenflotte, der Bombardier C300 wird viermal leiser sind als die heutige Flotte.
  • Um dies zu verdeutlichen haben wir Fluglärm-Simulationen für je ein früheres (DC-9-80), heutiges (Airbus A319) und zukünftiges (Bombardier C300) Flugzeug der Swiss-Flotte erstellen lassen. Sie simulieren das (energetische) Mittel der an der Messstelle in Rümlang (kurz nach dem Start) gemessenen Maximalpegel Lmax [dB(AS)] von Abflügen auf Piste 28. Die Simulationen beziehen sich auf Flugzeuge mit 120 bis 130 Sitzplätzen.
  • Diese Entwicklung wird weitergehen, zu noch leiseren – und verbrauchsärmeren – Flugzeugen. Aber nur, wenn sich die Fluglinien diese leisten können, also wenn die Weiterentwicklung des Flughafens nicht willkürlich abgewürgt wird.
  • Die Installation des Instrumentenlandesystems für die Piste 28 in Zürich hat zu einem zuverlässigeren und präziseren Anflug geführt.
  • Die Piloten können diesen neuen Anflug ökonomischer einteilen und verursachen so bei jedem Anflug weniger Lärm und verbrauchen weniger Treibstoff.
  • Optimal platzierte Schnellabrollwegen verringern die Rollzeit nach der Landung und sind somit ökologisch günstiger.
  • Der Flughafen belastet den Steuerzahler des Kantons Zürich nicht.
  • Lärmschutzmassnahmen und Lärmentschädigungszahlungen und allfällige Ausbauten werden durch die Flughafen Zürich AG finanziert.
  • Die Flughafen Zürich AG erhält keine Subventionen. Im Gegenteil, der Kanton Zürich erhält von der Flughafen Zürich AG, als ihr grösster Anteilseigner, jährlich eine Dividende ausbezahlt.

Fakten

  • Die Verlängerung der Pisten 28 und 32 ( für SIL Variante Jopt) würde die Flughafen Zürich AG rund 300 Mio CHF kosten (nicht den Steuerzahler 2,487 Mia, wie verbreitet)
  • Die Flughafen Zürich AG beschäftigt 1‘500 Mitarbeitende, die Swiss in Zürich mehr als 5‘500. Alle 270 Unternehmen, die direkt an Flughafen angesiedelt sind, bieten über 23‘000 Menschen eine Arbeitsstelle
  • Die Flughafen Zürich AG hat seit ihrer Privatisierung im Jahr 2000 pro Tag knapp CHF 1 Mio. (!) investiert – zum Wohle der Fluggäste, zum Schutz der Bevölkerung und damit auch die regionalen KMU unterstützt.
  • Die Flughafen Zürich AG ist seit dem Jahr 2000 ein privatwirtschaftlich organisiertes und börsenkotiertes Unternehmen, das jährlich einen Gewinn ausweist und somit dem grössten Anteilseigner, dem Kanton Zürich, der 33,3 % der Aktien hält, Dividenden ausschüttet. Es ist somit falsch zu suggerieren, ein Ausbau würde durch Steuergelder finanziert. Die Flughafen Zürich AG erhält keinerlei Subventionen
  • Die Flughafen Zürich AG beispielsweise hat keinerlei öffentliche Gelder erhalten für die Ertragsausfälle aufgrund des Vulkanausbruchs. Die Ertragseinbussen beliefen sich alleine für den Infrastrukturanbieter auf rund CHF 7 Mio.
  • Der Flughafen Zürich gehört mit seinen Verbindungen, welche auf einem regelmässigen Flugplan basieren, zum öffentlichen Verkehr.
  • Während den deutschen Sperrzeiten (Mo – Fr. 06.00 – 07.00 Uhr und ab 21.00 Uhr und Sa/So 06.00 – 09.00 Uhr und ab 20.00 Uhr) kann die Hauptlandepiste von Norden nicht benutzt werden. Falls der Gegenvorschlag angenommen wird, sind auch keine Anflüge von Süden her mehr möglich. Um die grossen Interkontinentalflugzeuge bei allen Wetterbedingungen von Osten her landen zu lassen, muss die Piste 28 zwingend verlängert werden. Genau dies verhindern aber die beiden Vorlagen. Bei einer Annahme der Vorlagen können in der Folge Interkontinentalflugzeuge während den deutschen Sperrzeiten in Zürich nicht mehr landen. Dies wird auch einen negativen Effekt auf das Angebot der Zubringerflüge haben und auf die Hubfunktion, die für die Zürcher und Schweizer Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist.
  • Eine A340 kann problemlos auf einer 2,9 km langen Piste landen (z.B verlängerte Piste 28). Heute landen die Flugzeuge von Süden her auf einer versetzten Pistenschwelle. Die verfügbare Landedistanz beträgt deshalb nicht 3,7 km sondern 3,1 km
  • Mit einem NEIN zu den beiden Vorlagen signalisiert das Zürcher Stimmvolk gegenüber Deutschland, dass es gewillt ist, auch weiterhin einen Teil der Last zu übernehmen. Dies wird sich positiv auf die Verhandlungen im Fluglärmstreit auswirken. Ein Ja zu den beiden Vorlagen hingegen signalisiert, dass die Zürcher Bevölkerung ihren eigenen Flughafen nicht optimieren will. Das wäre für Deutschland eine Steilvorlage, die Sperrzeiten kurzfristig und einseitig weiter zu verlängern. Letzteres bedeutet noch mehr Fluglärm über Schweizer Gebiet
  • Zusätzlich sind aus politischen Gründen oft ökonomisch und ökologisch unsinnige Umwege nötig.

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