Verfasst von: aeropersredaktion | 21/11/2011

«Da irrt Adam Riese» und «SP gefährdet Tausende Arbeitsplätze»

Die folgenden beiden Leserbriefe aus dem Zürcher Unterländer vom 18.11.2011 stachen uns am Wochenende ins Auge. Wir möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern auf keinen Fall vorenthalten. Hinzuzufügen haben wir ihnen nichts.

Da irrt Adam Riese

Niemand würde ernsthaft behaupten, am Gubrist hätte es noch massenhaft und auf Jahre hinaus freie Verkehrskapazität, trotzdem ist es so: Der Gubrist schluckt noch auf Jahrzehnte hinaus problemlos Zehntausende von Autos pro Tag – nur einfach zu Zeiten, in denen niemand fahren muss oder will: Tief in der Nacht. Genau so argumentieren nun aber die Befürworter der Flughafeninitiativen. Heute seien 270 000 Bewegungen zu verzeichnen, Kapazität habe es bis 350 000. Nach Adam Riese ergäbe das eine Reserve von rund 80 000 Bewegungen. Diese Kapazität ist zwar tatsächlich vorhanden. Leider aber zu Zeiten, in denen sie niemand brauchen kann, weil man zu Unzeiten am Ziel ankäme oder zu Zeiten abfliegen müsste, in denen keine Nachfrage besteht.

Das Problem am Flughafen Zürich ist nicht die Jahreskapazität, sondern die Zahl der An- und Abflüge, die während der «Rush hour» abgewickelt werden muss. Deshalb braucht der Flughafen Zürich Entwicklungsspielraum, und deshalb stimmen wir richtig, wenn wir beide Flughafenvorlagen ablehnen.

Thomas O. Koller, Vizepräsident  Komitee «Weltoffenes Zürich», Kloten

 

SP gefährdet Tausende Arbeitsplätze

Wenn die SP des Bezirks Dielsdorf schreibt, dass «jährlich 270 000 Flugzeuge über unsere Köpfe fliegen», dann ist das schlicht falsch. Denn die erwähnte Zahl entspricht der Gesamtzahl der Flugbewegungen am Flughafen Zürich, und davon führen bei Weitem nicht alle über den Bezirk Dielsdorf. Weiter muss sich die SP den Vorwurf der Angstmacherei gefallen lassen: Sie wende sich «gegen Parallelpisten», schreibt sie. Dabei sind diese längst verworfen: Die raumplanerische Sicherung für den Bau einer Parallelpiste wurde nicht vorgenommen, im laufenden SIL-Verfahren ist sie gestrichen.

Nur mit der Ablehnung der beiden Vorlagen am 27. November können wir uns auch in Zukunft zu Veränderungen des Pistensystems am Flughafen Zürich äussern. Sonst hätten wir zur Entwicklung des Flughafens Zürich für alle Zeiten nichts mehr zu sagen. Ausgerechnet die Meistbetroffenen sollen also im Sinne der Initianten – Gemeindebehörden (!) – ihr Recht auf Mitsprache aufgeben! Was für ein Demokratieverständnis ist das eigentlich?

Mit ihrem Parolen-Entscheid gefährdet die ehemalige Arbeitnehmerpartei direkt Arbeitsplätze in der Region. Im Bezirk Dielsdorf arbeiten gegen 200 Menschen alleine bei Swiss. Hochgerechnet auf alle 23 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Flughafen Zürich, sind das gegen 1000 Menschen aus dem Bezirk Dielsdorf, die ihr Auskommen am Flughafen Zürich finden.

Werden alle 180 000 Arbeitsplätze bei den Zulieferbetrieben dazugerechnet, sind es gar mehrere Tausend Bewohner des Bezirks Dielsdorf. Würde das Zürcher Stimmvolk der Empfehlung der SP folgen, wären zahlreiche dieser Arbeitsplätze gefährdet.

Da ich das nicht will, stimme ich am 27. November zweimal Nein.

Oliver Bertschinger Regensdorf


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