Verfasst von: aeropersredaktion | 07/12/2011

Rückblick auf unsere Abstimmungskampagne für den Flughafen Zürich

Mit dem folgenden Beitrag möchten wir einen kurzen Einblick in unsere Abstimmungskampagne für den Flughafen Zürich geben, was wir uns überlegten und wie wir dies umsetzten.

Am 27. November hat sich das Zürcher Stimmvolk mit überraschender Deutlichkeit dagegen ausgesprochen, die weitere Entwicklung des Flughafens Zürich zu blockieren. Überraschend deshalb, weil es doch erhebliche Kräfte, Parteien und Gruppierungen gab, die dafür waren, und weil die Flughafengegner mit einer sehr verwirrenden Kampagne versuchten, die Befürworter des Flughafens zu einem 2xJa zu bewegen, was de facto 2xJa zur Flughafen-Blockade gewesen wäre. Ja gleich Nein und Nein gleich Ja. Das zu kommunizieren stellte sich von Anfang an als eine grosse Herausforderung dar.

Als wir uns Mitte Juli – nach gelungener Einigung über die Eckwerte des neuen GAV – erste Gedanken zu unserer Beteiligung an der Abstimmungskampagne machten, suchten wir sinnvolle Beiträge, die wir als Piloten noch würden leisten können. Denn es gab ja schon ein aktives Abstimmungskomitee, und das machte mit seiner Vorkampagne schon sehr gute Arbeit. Wo also gab es noch eine Nische, die auf uns zurechtgeschnitten war?

Ein Referat von SWISS-CEO Harry Hohmeister, in dem dieser darlegte, wie sehr der Lärm mit der kommenden Bombardier-Flotte sinken wird, brachte uns auf die Idee, Lärmsimulationen zu erstellen und auf unserem Blog zu veröffentlichen. Daran hatte noch niemand gedacht. Und unser Blog, sowie Facebook und Twitter, hatten sich schon während der GAV-Kampagne als wertvolle Instrumente erwiesen, um ungefiltert an die Öffentlichkeit zu gelangen und direkt informieren zu können.

So wurde ein Tontechniker beauftragt, anhand eines detaillierten Briefings Simulationen für je ein Flugzeug der früheren, der aktuellen und der zukünftigen SWISS-Flotte zu erstellen. Es war nicht einfach, die technischen Angaben zusammenzustellen, aber unser Präsident Rolf Odermatt schaffte es schliesslich, nach intensiver Recherche, alle notwendigen Daten zusammenzustellen.

Die Lärmsimulationen wurden dann auf dem Blog veröffentlicht (Link). Am gleichen Tag organisierten wir eine Medienkonferenz. Das Interesse der Medien war jedoch enttäuschend. Es scheint spannender – und besser für die Auflagen – zu sein, das Thema Lärm zu skandalisieren, als darüber zu berichten, dass man allein durch innovative Technik den Lärm in Zukunft erheblich reduzieren wird. Zum guten Glück wird unser Blog aber aufmerksam und zahlreich gelesen, und unsere Partner informierten ebenfalls darüber.

Das Thema «Lärmreduktion durch Technik» hatten wir gewählt, weil es uns als Piloten, die wir die Maschinen fliegen, natürlich nahe lag. Noch näher lag uns das Thema Arbeitsplätze. Auch hier identifizierten wir eine Lücke, die wir füllen konnten. Aufgrund einer Umfrage wussten wir, dass eine Mehrheit der Zürcher für den Flughafen und gegen eine Blockade war. Die Gefahr bestand allerdings darin, dass diese Leute nicht abstimmen würden. Dann hätten die Gegner sich durchsetzen können, obwohl sie in der Minderheit waren. Also wollten wir vor allem eins: mobilisieren. Dazu überlegten wir uns zwei Dinge. Zum einen wollten wir aufzeigen, wie viele SWISS-Arbeitsplätze es wo im Kanton gibt, damit auch die weiter vom Flughafen entfernten Gemeinden erkannten, welchen arbeitsmarktrelevanten Faktor der Flughafen darstellt. Dies konnten wir mit Unterstützung der SWISS bewerkstelligen, die uns die Zahlen der SWISS-Mitarbeitenden in den verschiedenen Gemeinden lieferten. Damit erstellen wir eine Grafik, die es sogar in den Sonntagsblick schaffte – zusammen mit unserem Argumentarium, auf das der Sonntagsblick dank Blog zurückgreifen konnte.

 Zum anderen organisierten wir eine «virtuelle Demonstration» auf www.2xNein.com. Mittels Email konnte man ein Foto von sich auf diese Website schicken, so dass alle, die dort zu sehen waren, an der Demonstration teilnahmen. Während wir dies aufsetzten, kam uns zusätzlich die Idee, für Facebook-Profilbilder spezielle „2xNein-Buttons“ zu erstellen, die man mit Hilfe der PicBadge-Applikation dem eigenen Profilbild hinzufügen kann. Auch dies kommt ja einer virtuellen Demonstration gleich.

Über all dies informierten wir via Medienmitteilung, Blog, Facebook, Twitter und die Kanäle der anderen im Komitee vertretenen Organisationen. Den Blog nutzten wir zudem, um die Irreführungs-Strategie der Flughafengegner aufzudecken, wobei es sich als besondere Herausforderung herausstellte, dabei nicht noch Werbung für ein Ja zu machen.

Alles in allem war es eine sehr spannende und lehrreiche Erfahrung. Geschäftsführer Henning M. Hoffmann sagte bei einer Abschlussbesprechung zum Verantwortlichen der SWISS-Kampagne, es sei schön gewesen, für einmal am gleichen Strang in die gleiche Richtung zu ziehen, statt am gleichen Strang von verschiedenen Enden her. Hoffen wir, dass dies ein gutes Vorzeichen für kommende Kampagnen ist, denn die nächste Flughafenabstimmung kommt bestimmt.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: