Verfasst von: aeropersredaktion | 26/01/2012

In fremden Händen

Vorgestern auf Radio DRS: „Auf den ersten Blick sind wir alle Herr über unser Leben. Auf den zweiten Blick sieht das aber anders aus: In unserer hochtechnisierten Welt legen wir uns und unser Leben ständig in fremde Hände.“

Vorher jedoch noch eine Anmerkung: Jeder Captain ist Pilot, aber nicht jeder Pilot ist Captain

In der Sendung Treffpunkt von DRS 1 wurde der Swiss-Copilot Thomas Steffen vom Moderator einmal fälschlicherweise als Captain bezeichnet. Er ist damit einem weit verbreiteten Irrtum erlegen, den wir hier gerne korrigieren.

Der Captain ist der Kommandant des Flugzeugs und der Copilot ist sein Stellvertreter an Bord. Sollte der Captain also während eines Fluges ausfallen, dann übernimmt der Copilot die Verantwortung über die Maschine.

Im Cockpit sitzt normalerweise links der Captain und rechts der Copilot. Beide sind Piloten und steuern abwechslungsweise das Flugzeug oder unterstützen den Kollegen bei der Flugdurchführung. Das heisst, sie übernehmen den Funkverkehr mit den Bodenstellen oder fahren z.B auf Befehl des fliegenden Piloten das Fahrwerk oder die Auftriebshilfen ein oder aus usw… Flugstundenmässig hat der Captain grundsätzlich mehr Erfahrung als der Copilot, die Anforderungen an beide sind fliegerisch aber die selben.

Bei der Swiss ist es so, dass die Pilotenkarriere normalerweise als Copilot auf den Kurz- und Mittelstreckenmaschinen der A320-Familie beginnt. Danach folgt bei Bedarf die Umschulung auf die Langstrecke und die Typen A330 und A340. Nach einigen Jahren wird der Copilot zum Captain ausgebildet und dann zuerst wieder auf der Kurzstrecke eingesetzt um dann später bei Bedarf als Captain wieder auf die Langstrecke zu wechseln.

Und nun zum Radiobeitrag:

Sobald wir in ein Flugzeug steigen, begeben wir uns in fremde Hände. (Keystone)

Breits am Morgen steigen wir in Bus, Tram und Eisenbahn, wir essen in Kantinen und Restaurants – von Fremden gekocht – wir lassen uns im Spital heilen und fliegen in die Ferien oder besteigen ein Schiff. Das Schiffsunglück der «Costa Concordia» in Italien führt uns wieder mal vor Augen: Wir sind darauf angewiesen, dass fremde Menschen ihrer Verantwortung nachkommen. Wird sind darauf angewiesen, dass wir uns in sicheren Händen wissen.

Der heutige «Treffpunkt» stellt Menschen vor, die besonders viel Verantwortung tragen. Und wir fragen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer: Wie geht es Ihnen, wenn Sie sich in die Obhut fremder Hände begeben, beim Arzt oder im Spital? Und haben Sie sich auch schon mal Gedanken gemacht, wenn Sie ins Tram gestiegen sind, dass Sie sich in fremde Hände begeben?

Falls die Links zum Hören und Download nicht funktionieren, kann man auch diesen Link benutzen:

http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/top/treffpunkt/2785.sh10209048.html


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: