Verfasst von: aeropersredaktion | 15/05/2012

Zuerst kommt die Sicherheit – nicht kommerzielle Überlegungen!

Aufwachen EASA – es ist Zeit für mehr Flugsicherheit

Gestern demonstrierten mehr als 300 Piloten und Flugbegleiter vor dem Gebäude der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln. Sie brachten damit ihre Sorge über die von der EASA vorgeschlagene Neuregelung der gesetzlichen Flugdienstzeiten zum Ausdruck. Diese Vorschriften sollten eigentlich dazu dienen die Sicherheitsrisken im Zusammenhang mit Erschöpfungzuständen bei Besatzungsmitgliedern zu verhindern…

Am 15. und 16. Mai trifft sich die EASA mit den Interessenvertretern um den letzten Entwurf der Neuregelung zu diskutieren. Dieser wird auf Seiten der Piloten und Flugbegleiter immer noch als unzureichend bewertet und als nicht geeignet, um den hohen Ansprüchen an die Sicherheit für Passagiere und Besatzungen gerecht zu werden. Der Entwurf reflektiert vielmehr die kommerziellen Anforderungen seitens der Fluggesellschaften als dass er den eingebrachten wissenschaftlichen Empfehlungen gerecht wird. Daher haben Mitglieder der European Cockpit Association (ECA) und die European Transport Worker’s Federation (ETF), Piloten und Flugbegleiter die EASA angemahnt, dass ihre Neuregelung nur auf Wissenschaft und Sicherheitsüberlegungen basiert sein sollte!

Würden Sie sich noch sicher fühlen, wenn Sie mit ihrem Auto fahren, nachdem Sie bereits fast einen ganzen Tag wach gewesen sind? Der derzeitige EASA Entwurf für bei Bereitschaftsdiensten vor, dass ein Pilot ein Flugzeug mit Passagieren auch dann noch sicher landen soll wenn bereits mehr als 20 Stunden seit seinem Aufstehen am Morgen vergangen sind. Dies ist nur eines der vielen herausstechenden und unsicheren Beispielen, die dieser Vorschlag dann zulassen würde.

„Die Wissenschaft hat bewiesen, dass lange Flüge und Einsatzzeiten und unzureichende Möglichkeiten zum Ruhen und Schlafen zu einer Abnahme der Wachsamkeit und der Leistung führt. Damit garantiert ist, dass Piloten und Kabinenbesatzungen wachsam sein können, bedarf es starker EU Vorschriften, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.“ ´sagt Nico Voorbach, selbst ein erfahrener Boeing 777 Pilot und derzeitiger Präsident der ECA.

„Das „S“ in EASA steht für SICHERHEIT und das ist es, was Besatzungsmitglieder europäischer Fluggesellschaften rechtmässig von der Behörde einfordern. Aber die EASA wird derzeit ihren Verpflichtungen als Regulierungsbehörde für Sicherheitsfragen in der Luftfahrt nicht gerecht. Lieber gibt sie dem Lobbyeinfluß und den kommerziellen Interessen der großen Airlines nach.“ sagt Francois Ballestero, politischer Referent der ETF.

Cpt. Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert den EASA Vorschlag scharf als „unverantwortlich“. Er unterstreicht: „Die EASA ignoriert wissenschaftliches Fachwissen und spielt stattdessen mit der Sicherheit von Besatzungen und Passagieren im europäischen Luftverkehr.

Piloten und Kabinenbesatzungen werden sich auch solange weiter für sichere und effektive Regeln stark machen, welche die Ermüdung verhindern, bis die EASA die wissenschaftlichen Empfehlungen kompromisslos aufgenommen hat, so wie es im Übrigen von europäischen und internationalen Vorgaben auch verlangt wird.


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