Verfasst von: aeropersredaktion | 18/03/2013

Fragwürdige Aussagen von Harry Hohmeister im Interview mit der Sonntagszeitung

Die Sonntagszeitung hat am 17.3.13 ein Interview des Swiss CEO Harry Hohmeister abgedruckt, in welcher er wieder einmal fragwürdige Aussagen tätigt.

Erneut greift Hohmeister das seit langem in allen seriösen Fluggesellschaften bewährte Senioritätsprinzip an. Er setzt es zum wiederholten Male mit der Gehaltsstruktur in Verbindung und hat noch immer nicht verstanden, dass dies nichts miteinander zu tun hat.  Zur Erinnerung: Das Gehalt eines neuen Copiloten nach 2 Jahren intensiver Ausbildung liegt auf dem Niveau eines ungelernten Hilfsarbeiters im Baugewerbe. Bis zum Ende der Laufbahn eines Piloten ist der Lohn dann entsprechend der wachsenden Erfahrung und Verantwortung gestiegen. Im Schnitt entlohnt Swiss ihre Piloten noch immer geringer als vergleichbare Fluggesellschaften aber auch unter dem Niveau der Lowcost Airline Easyjet Switzerland.

Der Umsatz der Swiss stieg 2012 um 2% und die Gewinne sanken um 31%. Auch wir als Pilotenverband verfolgen diese Entwicklung aufmerksam. Da ein Teil des Pilotensalärs heute schon gewinnabhängig ist, haben die Piloten im Jahr 2012 über 6% weniger verdient als erwartet und damit einen erheblichen Sparanteil geleistet.

Die Piloten fliegen nach wie vor auf einem hohen Produktionslevel und leisten die gewohnt hohe Schweizerische Qualität. Für die berühmte Swissness der grössten Schweizer Airline muss Swiss allerdings auch entsprechende Arbeitsbedingungen bieten um Schweizer Piloten und Flugbegleiter rekrutieren zu können. Der wachsende Anteil neuer Mitarbeiter aus den Nachbarländern zeigt, dass schon heute die Attraktivität der Arbeitsplätze bei Swiss für Schweizer scheinbar nicht mehr gegeben ist.

Herrn Hohmeisters Aussage, dass seitens der Pilotenvertretungen noch keine Ideen und Lösungsvorschläge zur Schaffung einer neuen Homebase in Genf gekommen sein nehmen wir mit grossem Erstaunen wahr. Ihm und seinen Stellvertretern wurden in den letzten Monaten diverse Ideen präsentiert.


Responses

  1. ….und wieder ein Kommentar von einem Ausland-Schweizer in Kanada lebend.
    Als Vorgabe moechte ich erwaehnen, dass mein Sohn in der Zwischenzeit seine neue Anstellung bei der Air Canada angenommen hat. Bis dahin war er fuer eine regionale Fluggesellschaft in Vancouver als Kapitaen taetig und hat immerhin ueber 6500 Flugstunden mit 32 Jahren.
    Habe vor zwei Wochen einen jungen Piloten (Swiss)in Thailand kennen gelernt, und ich war erstaunt zu lernen, dass dieser junge 24 jaehrige Pilot eben die interne Schule abgeschlossen hat und dass er in den kommenden Monate auf einem Airbus 320 zertifiziert wird um dann im Kurzfiegernetz eingesetzt zu werden.
    Mein Sohn, mit seiner jetzigen Erfahrung als 1. Offizier auf einer Embraer 190 fliegend im ersten Jahr verdient etwas ueber CAD 50’000, was bestimmt nicht sehr viel Geld darstellt……
    Die neuen Piloten bei der Swiss, ohne eigentliche Flugstunden, koennen deshalb nicht erwarten, dass sie bereits ein hoeheres Gehalt bekommen als was bezahlt wird.
    After all, it also takes some experience in the cockpit before his salary will be increased..


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