Verfasst von: aeropersredaktion | 20/06/2013

EU-Parlament schaltet sich in Debatte über Flugdienstzeiten ein

Am Dienstag 18.6.2013 konnte eine Delegation der AEROPERS unter Leitung von Vorstandsmitglied Clemens Kopetz in Brüssel an einer Anhörung teilnehmen, an welcher den Abgeordneten des EU-Parmlaments die von der EASA geplanten neuen Flugdienstzeiten für Europa vorgestellt und erläutert wurden. Verschiedene Parameter, wie z.B. die maximale Dienstzeit während der Nacht und die Stand by Regelung, in dem Gesetzesentwurf sind nach wie vor umstritten. Auch Schweizer Fluggesellschaften werden die Flugdienstzeitregelungen der EASA anwenden müssen, trotz nicht-EU-Mitgliedschaft.

Zu der Anhörung hat AEROPERS folgende Medienmitteilung herausgegeben:

 

EU-Parlament schaltet sich in Debatte über Flugdienstzeiten ein

Das Europäische Parlament befasste sich gestern im Rahmen einer Anhörung mit der Neuregelung der Flugdienstzeiten. Dazu waren Vertreter aller Interessengruppen eingeladen, um ihre Perspektive darzulegen. Für die europäischen Pilotinnen und Piloten war Jon Horne, Professional Affairs Director des europäischen Cockpitverbands (ECA) vertreten, um auf die ernstzunehmenden Sicherheitslücken im EASA-Entwurf aufmerksam zu machen. Auch Vertreter von EASA und Fluggesellschaften sowie Wissenschaftler waren zu der Anhörung geladen.

Der EASA-Entwurf zur Neuregelung der Flugdienstzeiten ist wiederholt dafür kritisiert worden, dass er wissenschaftliche Empfehlungen, etwa zu den übermäßig langen Nachtflügen oder potentiell gefährlichen Bereitschaftsregelungen, nicht berücksichtigt. Im Rahmen der Anhörung haben Flugbesatzungen öffentlich vor diesen Gefahren gewarnt und die EU-Parlamentarier dazu aufgefordert, die Sicherheitsinteressen der Öffentlichkeit vor die wirtschaftlichen Interessen der Airlines zu stellen.

„Wer für den Entwurf der EASA stimmt, entscheidet sich gegen den einhelligen Rat der Wissenschaftler“, warnte Dr. Alexander Gundel, Schlafforscher und Mitverfasser vieler wissenschaftlicher Abhandlungen zum Thema. Seine Ausführungen riefen bei vielen Parlamentariern kritische Fragen an die EASA und die Europäische Kommission hervor, die in vielen Fällen nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnten.

In seiner Rede an die Parlamentarier betonte Jon Horne: „Unsere Pflicht als Piloten ist es, Passagiere sicher an ihr Ziel zu bringen. Es wird Zeit für das Europäische Parlament Führungsqualität zu beweisen und sicherzustellen, dass wir diese Pflicht erfüllen können.“

Die von der EASA vorgestellten Regeln missachten an wesentlichen Stellen die Erkenntnisse der Wissenschaft. Piloten werden nicht ausreichend vor gefährlicher Übermüdung geschützt.

Zusammenfassend ist somit aus der Anhörung festzuhalten:

– Kritische Fragen zeigten Schwächen und Widersprüche der EASA Argumentation auf

– Zustimmung für EASA-Entwurf würde deutlichen Rat der Wissenschaft missachten

– Ohne Nachbesserung besteht sogar Möglichkeit für komplette Ablehnung durch das Parlament

Endlich gibt es auch im Parlament Bewegung in diesem wichtigen und sicherheitsrelevanten Thema.


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