Verfasst von: aeropersredaktion | 01/07/2013

Piloten appellieren an Schweizer Politik, sich bei EU für mehr Flugsicherheit zu engagieren

Folgende Medienmitteilung wurde heute veröffentlicht:

Die Pilotenverbände AEROPERS und IPG sind sich einig und unterstützen im Rahmen der SwissALPA die Initiative der European Cockpit Association (ECA) für sichere Flugdienstzeitregelungen in Europa.

Am 11. und 12. Juli werde das Europäische Parlament über eine Gesetzesvorlage zu neuen Flugdienstzeitregelungen abstimmen, welche dann in Zukunft in der EU aber auch der Schweiz angewendet werden müsse.

Als Vertreter der Linien- und Berufspiloten in der Schweiz habe sich die SwissALPA in einem Schreiben an Bundesrätin Doris Leuthard gewandt um die Unterstützung der Politik in diesem Thema sicherzustellen.

SwissALPA sei überzeugt, dass der vorgelegte Gesetzesentwurf noch immer Sicherheitslücken enthalte. Wissenschaftlich sowie medizinisch nachweisbare Erkenntnisse würden ignoriert. Ebenso stünde die Entwicklung gegen bestehende vernünftige Praxis diverser Länder in Europa.

Vor zwei Wochen seien dem Europäischen Parlament in einer Anhörung die Kritikpunkte vorgetragen worden und man habe betont, dass die vorgeschlagenen Regelungen dringender Anpassungen bedürfen um eine sichere Operation in der Luftfahrt garantieren zu können.

Wissenschaftler seien sich einig, dass die maximale Flugdienstzeit in der Nacht auf 10 Stunden begrenzt werden müsse und nicht, wie von der EASA derzeit vorgeschlagen, auf 11 Stunden (oder mehr). Die wissenschaftlichen Empfehlungen für diese Begrenzung seien nachweisbar fundiert und dürften von der Europäischen Kommission und den Vertretern der Mitgliedsstaaten nicht ignoriert werden.

Ebenso müssten die neuen Regelungen eine Begrenzung bei der Kombination von Pikett- und nachfolgendem Flugdienst enthalten. Der Gesetzesentwurf würde einem Piloten eine Landung nach einem Arbeitstag von 22 Stunden erlauben. Dies sei gefährlich und müsse auf 18 Stunden limitiert werden.

Grundsätzlich müsse die Gesetzesvorlage klare und für alle Anwender verbindliche Regelungen enthalten, um die Sicherheitsstandards in den einzelnen Ländern und ganz Europa gewährleisten zu können. Allerdings müsse die Souveränität der Staaten gewährleistet bleiben um einzelne Artikel restriktiver anwenden zu dürfen.

Aufgrund der bilateralen Verträge mit der EU sei auch die Schweiz bei einer Entscheidung des EU-Parlaments von den neuen Flugdienstzeitregelungen betroffen. Im Sinne aller Besatzungen und Passagiere von Schweizer Fluggesellschaften appelliere SwissALPA, dass auch die Schweizer Politik sich für eine Änderung des Gesetzesentwurfes und somit für die Sicherheit im Luftverkehr einsetze.


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