Verfasst von: aeropersredaktion | 24/07/2013

Swiss Management schlägt Sparbeitrag der Piloten aus

In Monatelangen Gesprächen, Workshops und Verhandlungen haben die Pilotenverbände AEROPERS und IPG mit dem Management diverse Vorschläge und Ideen entworfen und beurteilt welche beachtenswerte Einsparungen bringen würden. Die Pilotenverbände machen Zugeständnisse an das Management und befürworten die Integration der zwei bisher parallel existierenden Swiss Flugbetrieben.

Heute hat die Swiss Geschäftsleitung mitgeteilt, dass sie die Angebote der Pilotenverbände bedauerlicherweise nicht annehmen will.

Hierzu haben AEROPERS und IPG folgende Medienmitteilung herausgegeben:

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA und der IPG vom 24. Juli 2013

Swiss erklärt Verhandlungen zum Projekt X für gescheitert und schlägt grosszügiges Sparpaket der Piloten aus

In einer heutigen Kommunikation an die Piloten, habe das Swiss-Management das Scheitern der Verhandlungen erklärt und versucht durch einseitige Schuldzuweisungen einen Keil zwischen die Pilotenverbände zu treiben. Hiermit habe das Management einen weiteren Schritt in die falsche Richtung gemacht. Wie bereits berichtet, habe es eine Frist zur Annahme des Sparangebotes der Pilotenverbände bis zum 24.07.2013 gegeben. Gleichfalls habe es verschiedene Signale der Piloten gegeben, dass die Tür für Gespräche weiterhin geöffnet ist. Für Gespräche auf Augenhöhe und vor allem für Gespräche unter Sozialpartnern.

Die Vorgehensweise des Managements entspräche aus Sicht der Pilotenverbände nicht dem hohen Schweizerischen Wert der Sozialpartnerschaft.

Die Piloten hätten trotz eines laufenden GAV Gesprächen zur Zukunft der Swiss zugestimmt. Es wurde während den laufenden Gesprächen versucht, die Handreichung der Pilotenverbände mehr und mehr auszunutzen. Zahlreiche innovative Ideen der Piloten zur Kostenreduktion seien gerne genommen worden, aber den Piloten nicht angerechnet worden. Das Geben der Piloten sei immer grösser geworden, die Gegenleistung des Managements aber immer unklarer bzw. wertloser. Die Swiss schreibt weiterhin Gewinn und verdient Geld. Die Piloten befürworten weiterhin die Integration der Swiss European, sehen die Vorteile für die Zukunft und sind bereit, ihren Teil dazu beizutragen. Sei es durch finanzielle Abstriche, temporäre Ferienreduktion und Handreichungen in anderen Gebieten, die erhebliche Synergien und Ersparnisse ermöglichten. Aber es gäbe Grenzen, die auch die Pilotenvertreter nicht überschreiten dürften und auch nicht wollten. Das Management habe zuletzt Auslagerungsmöglichkeiten in billigere Airlines oder sogar ins Ausland gefordert, welche die Arbeitsplatzsicherheit erheblich gefährdet hätten. Diese Information wurde den Piloten in der internen Kommunikation vorenthalten.

Drohszenarien wie die Auslagerung der Kurzstrecke und der neuen B777, Angstmache im Hinblick auf unsere Arbeitsplätze und die der anderen Kollegen in der Firma, sowie stetiges Negieren von Fürsorgepflichten, der Bedeutung von Soft-Factors und der dadurch eintretende immense Verlust an Vertrauen und Verlässlichkeit, führten zu einem Scheitern des Projektes. Das Management habe es vorerst geschafft, eine historische Chance auf dem Altar von Sparpaketen wie SCORE zu opfern.

„In den nächsten Tagen und Wochen wird das Management versuchen, in der Öffentlichkeit Druck auf uns Piloten zu erzeugen. Dies fing bereits bei Äusserungen zur Einstellung von Leihpiloten oder der neuen Operation in Genf ohne Swiss-GAV an und wird sicherlich noch gesteigert werden“ sagt Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS.

„Boston Consulting – als Strippenzieherin dieser Strategie im Lufthansakonzern – wird weiterhin das Führen durch Druck und Angst propagieren. Unser Management wird dem weiter folgen“, so Hoffmann.

„Die Auslagerung an eine billige Produktionsfirma hat immer einen Qualitätsverlust zur Folge. Dies zeigt sich aktuell auch bei Germanwings, welche vom deutschen Reiseverband als mangelhaft eingestuft wurde. Die Piloten stehen für hohes Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein und können eine solche Strategie nicht mittragen“, so Hoffmann.

„Durch die einseitige Schuldzuweisung an die AEROPERS versucht das Management einen Keil zwischen die enge Zusammenarbeit der beiden Pilotenverbände IPG und AEROPERS zu treiben“, so Rolf Fritschi, Präsident der IPG.

„Wir wollen weiterhin über die Zukunft unserer Firma mit den Managern sprechen. Aber auf Basis einer gemeinsamen Grundlage“, so Markus Grob, Präsident der AEROPERS.

Die Verbände werden in Kürze informieren, wie sie auf diese Eskalation des Managements reagieren werden.


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