Verfasst von: aeropersredaktion | 30/07/2013

SWISSNESS steht auf dem Spiel

SWISSNESS steht auf dem Spiel

…so der Titel eines Beitrags in der Sonntagszeitung vom 28.07.13.

Die Piloten der Swiss stehen für Zuverlässigkeit und Sicherheit.  Ein hoher Wert, für den die Schweiz in der ganzen Welt bekannt ist und den Schweizer mit Stolz erfüllt wenn er das Schweizer Kreuz tausende Kilometer von daheim am Flughafen entdeckt.

Aber wo Swiss draufsteht muss auch Swiss drin sein. Der Trend in der Luftfahrtbranche geht dahin, viele Strecken durch immer billigere, zum Teil ausländische, Subunternehmen fliegen zu lassen. Wer Lufthansa bucht fliegt jetzt mit Germanwings, wer Air France bucht fliegt HOP!, wer Austrian bucht fliegt Tyrolean.

Wer Swiss bucht soll auch Swiss fliegen. Das ist auch für uns Piloten eine Selbstverständlichkeit und Ehrensache. Deswegen befürworten die Pilotenverbände AEROPERS und IPG die Integration der beiden Swiss Flugbetriebe und die Stärkung der Swiss durch diverse Synergien.

Aber für Schweizer Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit müssen auch die Bedingungen stimmen. Nachwuchsprobleme sind sonst vorprogrammiert.

 

Beitrag aus der Sonntagszeitung:

Swiss will vermehrt Maschinen und Crews im Ausland mieten

Von Cornelia Krause (Sonntagszeitung 28.07.13)

Kloten Die Swiss und ihre Pilotenverbände ringen weiter um ein gemeinsames Korps von Kurz- und Langstreckenpiloten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen kam es am Freitag zum Spitzentreffen zwischen Swiss-Chef Harry Hohmeister und den Präsidenten der Pilotenverbände Aeropers und IPG, wie die SonntagsZeitung aus Verhandlungskreisen erfahren hat. Die Gespräche sind künftig Chefsache: Hohmeister wird sich nach seinen Ferien persönlich darum kümmern. Das ist auch nötig, denn die Differenzen zwischen den Parteien sind gross, wie interne Informationsschreiben der Swiss sowie der Pilotenverbände zeigen.

Grösster Zankapfel: Die mögliche Auslagerung von Stellen in Cockpit und Kabine. Aus der Mitgliederinformation der Verbände geht hervor, dass sich die Swiss die Möglichkeit vorbehalten will, in grösserem Umfang Flugzeuge inklusive Crews von anderen Gesellschaften zu mieten. Ziel der Aktion: Geld sparen. Das Prinzip nennt sich Wet Lease. Heikel dabei ist, dass die Swiss die Maschinen unter eigener Bemalung fliegen lassen.

Der Verband der Airbus-Piloten, Aeropers, sieht neben den eigenen Arbeitsplätzen auch die Swissness in Gefahr. «Würden wir dem nachgeben, könnten auch billigere, ausländische Airlines unter dem Schweizer Kreuz umherfliegen», sagt Sprecher Henning Hoffmann. Das Vorhaben sei ein Affront für Korps und Konsumenten.

Es geht auch um Lohnverzicht und höheres Rentenalter

Die Swiss praktiziert auch heute schon Wet Lease – wenngleich in geringem Ausmass. Auf der Kurzstrecke kann die Airline rund acht Prozent der Flugzeuge mit Wet Lease bedienen, die Quote ist im Gesamtarbeitsvertrag der Piloten festgeschrieben. Den Spielraum nutzt sie bislang aber nicht voll aus. In den Verhandlungen drängt die Swiss nun darauf, sowohl auf Kurz- wie auf Langstrecke zehn Prozent mittels Wet Lease durchführen zu dürfen. Bei Flugzeugen unter 120 Sitzen fordert sie gar die Möglichkeit einer unbeschränkten Miete von externen Maschinen und Crews. Auch die Tochter Edelweiss soll vermehrt für die Swiss fliegen dürfen.
Aeropers zufolge bedeuten die Forderungen eine mögliche Auslagerung von bis zu 38 Flugzeugen bei einer Flotte von 86 Maschinen.

Die Swiss-Medienstelle will sich zu den Verhandlungen nicht äussern. Eine leichte operationelle Flexibilisierung sei aber sicher ein Thema, heisst es. Dass die Airline so stark auf umfangreicher Wet Lease beharrt, dürfte daran liegen, dass sie mögliche finanzielle Nachteile ausgleichen will, die aus ihrer Sicht infolge der Korps-Zusammenlegung entstehen. Denn bislang verdienen die Kurzstreckenpiloten weniger als die Langstreckenpiloten. Die Swiss könnte also Personalkosten sparen, indem sie vermehrt Kurzstreckenpiloten zum Zug kommen lässt. Zudem kann sie die Verbände dank der unterschiedlichen Lohnniveaus in Verhandlungen gegeneinander ausspielen.

Auch weitere Streitpunkte gehen aus den Schreiben hervor: Unter anderem geht es um einen Lohnverzicht von bis zu drei Prozent, solange die Airline nicht eine Betriebsgewinnmarge von zehn Prozent erreicht. Davon ist die Swiss aber noch weit entfernt. 2012 lag die Marge bei 4,2 Prozent. Zudem sollen neu eingestellte Piloten zwei Jahre unter dem bisherigen Lohnniveau arbeiten.

Neben vorübergehend weniger Ferien und weniger Erholungszeit geht es auch ums Pensionsalter: Nach Vorstellungen der Swiss-Geschäftsleitung sollen Swiss-Piloten mit 60 statt mit 58 in Rente gehen. Ohne, dass sich die zwei Jahre in einer höheren Rente niederschlagen, wie Aeropers bemängelt. Insgesamt will die Swiss rund 30 Millionen Franken bei den Piloten einsparen.


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