Verfasst von: aeropersredaktion | 27/09/2013

Gefahr am Himmel

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 27. September 2013

Gefahr am Himmel: EU-Kommission macht Druck für neue Flugdienstzeitregelungen

Das Europäische Parlament fällt am 30. September einen Entscheid, der erheblichen Einfluss auf die Sicherheit der europäischen Flugreisenden hat. Ein positiver Entscheid über neue europaweit geltende Flugdienstzeiten hätte massive Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen von Piloten und Kabinenbesatzungen. Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Regeln werden nicht nur von Seiten des Cockpit- und Kabinenpersonals als „unsicher“ eingestuft. Auch Experten kritisieren die fehlende wissenschaftliche Grundlage.

Übermüdung im Cockpit ist bereits heute eine Gefahrenquelle die durch die neue Regelung sogar noch verschärft werde. Aus diesem Grund fordern Vertreter des fliegenden Personals die Ablehnung des Gesetzesvorschlages im Europäischen Parlament.

 „Die europäische Kommission stellt hier politische und wirtschaftliche Interessen vor die Interessen der Flugpassagiere und ignoriert gleichzeitig die Kritik von Seiten der Piloten und Wissenschaft“, sagt Markus Grob, Präsident des Pilotenverbands AEROPERS-SwissALPA. „Die neuen Regeln sollten ursprünglich eine Verbesserung sein. Herausgekommen ist eine Verschlechterung, mit gravierenden Auswirkungen. Würden Sie als Passagier in ein Flugzeug steigen, dessen Pilot bei der Landung bereits seit 22 Stunden wach ist? Das wird in Zukunft alltäglich passieren.“

Sollte das Europäische Parlament den neuen Flugdienstzeiten zustimmen, so würden diese auch für die Schweiz gelten. „Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat bei der Ausarbeitung sämtliche wissenschaftlichen Studien ignoriert, die sie selbst in Auftrag gegeben hat“, kritisiert Kilian Kraus, Pressesprecher der AEROPERS.

Nach den neuen Flugdienstzeiten könnte ein Pilot in der Nacht bis zu 12 ½ Stunden fliegen. Wissenschaftler halten ein Maximum von 10 Stunden für vertretbar. Darüber hinaus nehme die Aufmerksamkeit ab und die Anfälligkeit für Fehler steige signifikant an.

„Ein Pilot darf nicht übermüdet fliegen, er muss zu jeder Zeit fähig sein, das Flugzeug sicher zu landen, auch bei schlechtem Wetter und technischen Störungen“, so Kraus weiter.

Ein weiterer Punkt der als inakzeptabel kritisiert wird, ist die neue Regelung des Piketdienstes. „Der Vorschlag ermöglicht es nach 8 Stunden Bereitschaft einen Flug von bis zu 14 Stunden anzutreten. Somit sind Piloten und Kabinenpersonal bei der Landung im schlimmsten Fall bis zu 22 Stunden am Stück wach. Das ist gefährlich!“, erklärt Kraus.

Diese Fakten sind auch für die Schweiz bindend. Trotz ihrer Neutralität hat sie diese Bevormundung zu akzeptieren und keine Möglichkeit souverän für sichere Regelungen im Schweizer Luftverkehr zu sorgen. Jetzt ist noch Zeit sich auf politischem Weg zur Wehr zu setzen.


Responses

  1. … es ist bekannt und wissenschaftlich belegt: es muss immer etwas Fatales passieren, bevor die Vernunft zum Zuge kommt – wernn die Vernunf überhaupt erkannt wird! Verantwortlich ist dann niemand!😉

    • Wenn das stimmt, dann sollten die neuen Flugdienstzeitregelungen aber abgelehnt werden,denn es hat schon zu viele fatale Unfälle gegeben, bei denen Übermüdung der Piloten im Spiel war.


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