Verfasst von: aeropersredaktion | 09/10/2013

Ein schwarzer Tag für die Europäische Luftfahrt

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 9. Oktober 2013

Flugsicherheit gefährdet!

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene, seit Monaten heftig diskutierte Neuregelung der Dienstzeiten für europäische Flugzeugbesatzungen ist heute im EU-Parlament trotz vieler Gegenstimmen angenommen worden.
„Heute ist ein schwarzer Tag für die Flugsicherheit“, sagte Markus Grob, Präsident der AEROPERS-SwissALPA, dazu. „Die Neuregelung enthält unverantwortliche Sicherheitslücken. Wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse werden darin schlicht ignoriert.“
Besonders kritisiert hatten europäische Pilotenverbände immer wieder die willkürliche Festlegung der Begrenzung von Nachflügen auf bis zu 12:30 Stunden. Verschiedene, mehrheitlich von der europäischen Flugsicherheitsbehörde (EASA) selbst in Auftrag gegebene Studien hatten belegt, dass eine Dienstzeit von mehr als 10 Stunden ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Ebenso sieht die Regelung eine Kombination aus Bereitschafts- und Flugdienst vor, die es Piloten erlaubt, ihr Flugzeug zu landen, nachdem sie bereits mehr als 22 Stunden wach sind.
„Nachdem der Verkehrsausschuss die Regelung abgelehnt hatte, wurde sie durch das EU-Parlament gepeitscht“, so Kilian Kraus, Pressesprecher der AEROPERS-SwissALPA. „Es ist völlig unverständlich, dass die Parlamentarier dem Votum ihres eigenen Expertengremiums nicht gefolgt sind.“ Letztlich dürfte hierfür auch eine nächtliche Absprache zwischen EU Verkehrskommissar Siim Kallas und der Europäischen Verkehrsgewerkschaft (ETF) sein. Unter Bezug auf diese Absprache wurde den Parlamentariern suggeriert, dass die betroffenen Arbeitnehmer den Vorschlag nun unterstützen würden, obwohl die ETF mehrheitlich gar nicht das von den Regelungen betroffene Flugpersonal vertritt. Die betroffenen Verbände der Piloten und Flugbegleiter haben aufs heftigste gegen dieses Täuschungsmanöver protestiert.
„Mit diesen Regelungen ist es nicht eine Frage „ob“, sondern nur „wann“ der nächste Unfall aufgrund von Übermüdung passiert.“, so Schulz. „Verantwortlich sind dann alle Abgeordneten, die wider besseres Wissen diese Regelung unterstützt haben.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: