Verfasst von: aeropersredaktion | 17/01/2014

Ungleicher Wettbewerb

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 16. Januar 2014

Ungleicher Wettbewerb

Während der Flughafen Zürich und Aviatikfans über die Ankunft des A380 der Emirates in Zürich jubeln, hält sich die Freude bei anderen in Grenzen. Die Golfstaaten aus dem Mittleren Osten fassen immer mehr Fuss in der Schweiz und setzen mit ihren Kapazitäten die Schweizer Luftfahrt unter Druck.

In den vergangenen Jahren wuchsen arabische Fluglinien wie Emirates, Etihad und Quatar unaufhaltsam. Allein an der Dubai Air Show im November 2013 wurden von den drei Airlines Flugzeugbestellungen im Wert von über 150 Milliarden Dollar aufgegeben. Emirates plant insgesamt über 140 Flugzeuge des Typs A380 einzusetzen. Dazu kommen noch andere Grossraumflugzeuge wie der Boeing 777.

Diese Expansion setzt europäische Fluggesellschaften unter Druck. Während sich Passagiere über die sinkenden Preise für Flugtickets freuen, wird oft vergessen, dass in diesem internationalen Wettbewerb mit ungleichen Karten gespielt wird.
Arabische Fluglinien sind meist eng mit dem jeweiligen Staat verbunden und geniessen dadurch Wettbewerbsvorteile durch direkte und indirekte Subventionen. Dazu kommt, dass die Arbeits- und Sozialgesetzgebung liberaler sind als in Europa und Flugplätze wie Dubai 24 Stunden uneingeschränkt offen sind. „Das sind für die dort ansässigen Anbieter natürlich unschlagbare Wettbewerbsvorteile“, so Kilian Kraus, Pressesprecher der AEROPERS-SwissALPA.
Inzwischen fliegen Airlines aus dem Mittleren Osten 40 Mal von Zürich nach Dubai oder Abu Dhabi – die Swiss lediglich 7 Mal.
Dass arabische Airlines Grösseres vor haben, zeigt die kürzlich bekanntgegebene Beteiligung von Etihad an der schweizerischen Fluggesellschaft Darwin Airline. Diese soll in Zukunft unter dem Namen Etihad Regional Flüge von und in die Schweiz durchführen. Somit operiert eine arabische Fluglinie unter Schweizer Kreuz direkt im hiesigen Markt. Durch den verzerrten Wettbewerb birgt dies erhebliche Gefahren für die hiesige Wirtschaft. Auch die Qualität der Arbeitsplätze in der Schweiz wird weiter unter Druck gesetzt.
Das betrifft nicht nur die einheimischen Fluggesellschaften und das dort angestellte Personal, sondern auch die Zulieferbetriebe. „Es geht hier nicht nur um Arbeitsplätze bei den einheimischen Fluggesellschaften, sondern auch um mehrere tausend Arbeitsplätze bei anderen schweizerischen Betrieben“, betont Kraus.
Im Interesse des Schweizer Luftverkehrs und des Wirtschaftsstandortes Schweiz muss es darum auch ein Anliegen der Politik sein, einheimische Fluggesellschaften vor unfairem Wettbewerb, etwa bei der Vergabe von Streckenrechten, zu schützen.


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