Verfasst von: aeropersredaktion | 14/04/2014

Swiss auf dem Weg zur Crossair 2.0?

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 14. April 2014 

Swiss auf dem Weg zur Crossair 2.0?

Pilotenverband AEROPERS bestätigt Bericht der Schweiz am Sonntag. Pläne der Swiss zur Auslagerung grosser Teile der Produktion auf die Swiss European entsprechen den Drohungen der Geschäftsleitung in den Verhandlungen zum abgelehnten GAV14.

Die Geschäftsleitung der Swiss und allen voran CEO Harry Hohmeister plant die Auslagerung der Boeing 777 ins Regionalsegment. Mit einer solchen Aktion wird versucht die Arbeitsbedingungen der Airbus-Piloten zu unterwandern und Arbeitsplätze in eine andere Fima zu schlechteren Bedingungen auszulagern. Schon die Verhandlungen über dieses Flugzeug, welches gemäss dem aktuell gültigen GAV11 von den Piloten der AEROPERS geflogen werden muss, werden vom Verband als Angriff auf den noch mehr als 2 Jahre gültigen GAV11 angesehen.

„Die  Boeing 777 ausserhalb unseres GAV zu betreiben stellt nicht nur einen Angriff auf das Airbus-Pilotenkorps dar, sondern auch eine klare und definitive Abkehr von der Sozialpartnerschaft durch das Management der Swiss“ sagt Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS. „Es scheint, als sollte die AEROPERS und ihre Mitglieder dafür abgestraft werden, dass der GAV14 aufgrund der überrissenen Forderungen der Geschäftsleitung abgelehnt wurde“, so Hoffmann weiter.

Neben der Auslagerung der Boeing 777 sehen die Pläne der Swiss den Abbau von zahlreichen Airbus A319/A320 vor, ohne diese zu ersetzen. Dies bedeutet den Abbau von Arbeitsplätzen bei der Swiss International zu Gunsten von billigeren Arbeitsplätzen bei der Swiss European, die wiederum nach den Plänen des Managements deutlich wachsen soll.

Auch die Auslagerung der Swiss Kurzstreckenproduktion durch den Aufbau von 6 Flugzeugen des Typs Embraer 190 bei der Helvetic ist zu hinterfragen. „Die Swiss verabschiedet sich damit zumindest teilweise von ihren Premium-Qualitätsansprüchen“, so Kilian Kraus, Vizepräsident und Mediensprecher der AEROPERS. „Aufgrund von Managementfehlern die Identität der Swiss zu gefährden, macht uns grosse Sorgen“, so Kraus weiter. „Our sign ist a promise, verkommt zu einer Mogelpackung“. Die Pläne der Swiss das angesehene Schweizer Unternehmen zur Profitsteigerung in eine Patchworkairline zu zerschlagen, sind unverantwortlich. Und dies zur blossen Profitsteigerung bei einem Gewinn von mehr als 1 Milliarde Franken in den letzten 4 Jahren. Das geplante Gewinnziel für 2014 sieht sogar einen noch höheren Gewinn als in den vergangen Jahren vor.

„Wir wundern uns nicht, dass die Mitarbeiter aller Personalgruppen der Swiss das Vertrauen in die Geschäftsleitung verloren haben“, so Hoffmann. In den letzten Monaten scheiterten die GAV Abstimmungen sowohl beim Cockpit- als auch beim Kabinenpersonal. Zudem wurden die Verhandlungen zu neuen Gesamtarbeitsverträgen beim Bodenpersonal als gescheitert erklärt.

„Die aus Deutschland stammende Strategie der Führung durch Druck und Angst, greift in der Schweiz nicht“, führt Hoffmann aus. Herr Hohmeister hat die Mentalität seiner Schweizer Mitarbeiter nicht verstanden. Alle Mitarbeiter sind bereit, viel für ihre Firma zu tun, deutlich über das übliche hinaus. Basis für eine solche Mehrleistung ist aber Vertrauen in den CEO, welches aktuell nicht existiert.

Die Zukunft der Swiss kann und darf nicht durch Alleingänge der Geschäftsleitung  gefährdet werden. Sie muss von allen Mitarbeitern getragen sein, nur so wird die Swiss weiterhin eine wirtschaftlich gesunde Swiss mit sicheren und guten Arbeitsplätzen sein. „AEROPERS steht auch weiterhin für Gespräche zu einer gemeinsamen Zukunft zur Verfügung. Das Management verweigert zurzeit jedoch solche Gespräche mit uns“, so Kilian Kraus. „Gegen Entscheidungen des CEO, welche uns in unserer beruflichen Existenz bedrohen, werden wir uns mit aller Härte wehren“ betont Kraus.


Responses

  1. […] Die neusten Entwicklungen bei SWISS und der Versuch der Eigentümerin Lufthansa die Löhne  mit Umlage… erfreuen mich gar nicht. Ich will keine Lufthansa-Schweiz – besonders schon gar nicht auf Kosten der Angestellten. Dann kann ich wirklich gleich mit einer anderen Fluggesellschaft fliegen. Mit dieser Einstellung werde ich nicht der einzige sein, der so denkt. […]

  2. Die SWISS gehört der Lufthansa. Das scheinen sich einige noch nicht bewusst zu sein. Die Haltung der Aeropers bezüglich Vorrechte, ‚Main Fleet‘ Piloten gegenüber ihrer Kollegen von Swiss European ist weltfremd.
    Die im gültigen GAV bestimmte Regelung, wonach Flugzeuge wie die B777 zwingend durch ‚Main Fleet‘ Piloten bedient werden müssen ist ein Relikt, welches wohl in einem allfälligen neuen GAV nicht mehr berücksichtigt werden kann.
    Jeder Schweizer Pilot mit einer gültigen ATPL und dem entsprechenden Typen Eintrag, darf, laut Schweizer Recht, die Tätigkeit entsprechend ausüben. Bestimmungen wie oben erwähnt sind diskriminierend und technisch nicht nachvollziehbar.
    Als TRI auf der B777 habe ich in den letzten Jahren schon einige Piloten mit äusserst unterschiedlichen Voraussetzungen erfolgreich ausgebildet.
    Grundsätzlich geht es bei der Umsetzung des erlernten wenig um die Anzahl der Passagiersitze im Flugzeug.
    Mir scheint die SWISS befindet sich in einem Dornröschen Schlaf, was offensichtlich einigen Angestellten zu gefallen scheint. Angeprangerte Airlines aus dem mittleren Osten befinden sich schon seit Jahren auf der Überholspur. Diese werden wohl hierzulande zu einem ruppigen Erwachen führen.
    Das hausgemachte Konstrukt, Flughafen Zürich, trägt zur Konkurrenzfähigkeit der SWISS wenig förderliches bei. Die Flugzeugflotten der Airlines im mittleren Osten können über deren Drehscheiben äusserst optimal genutzt werden. Ohne lähmende Fluglärm Beschränkungen wird dort eine Flugzeuginsatzzeit erreicht, von welcher CEO’s in Europa nicht zu träumen wagen.
    Im auf dieser Seite gesuchten Vergleich der SWISS, mit erfolgreichen Airlines aus den Golfstaaten, nehme ich eine Perzeption von Seiten Aeropers wahr, welche eine Analogie zu ‚Main Line‘ vs Regional darstellt. Dabei sehe ich die SWISS als ganzes beim Regional Segment. Die Airlines aus den Golfstaaten reflektieren aus meiner Sicht den Anspruch der ‚Main Line‘.
    Herzlich Willkommen in der Realität.


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