Verfasst von: aeropersredaktion | 02/10/2014

„Swiss-made, by Swiss“ — eine Kritik an der deutschen Führung

In einem Interview mit der Webseite Flight Global im Juni, worauf uns ein aufmerksamer Leser dankenswerterweise hinwies, sprach Harry Hohmeister, CEO der Swiss, über die Zukunftspläne der Marke Swiss. Hierbei legte er besonderen Wert auf die Betonung seines Grundsatzes: „Swiss-made, by Swiss“. Doch wie glaubwürdig ist dieser Grundsatz, wenn man bedenkt, dass die Swiss mittlerweile nicht nur Teil der deutschen Lufthansa Gruppe ist, sondern im Effekt mittlerweile auch von der Lufthansa geführt wird und sich in jeglichen Entscheiden — seien diese nun geschäftlicher oder gewerkschaftlicher Natur — auf deren deutsche Führungskultur stützt?

Auch wird aus dem Interview klar, dass sich das deutsche Management, obwohl sie sich den Attributen, welche die Marke Swiss auszeichnen, sehr wohl bewusst sind, überhaupt nicht um diese scheren. Ihre Devise lautet: Kosten senken um jeden Preis. Die Opfer, welche Cockpit- und Cabine-Crew in Form von Einbußen der Arbeitsbedingungen, aber auch die Kunden — allen voran die frequent flyer — in Form von Serviceeinbußen bringen müssen, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Diese Achtlosigkeit gipfelt in ihrer Vision eine Swiss Low-Cost-Basis in Genf aufzubauen. Ein Plan, der sich mit der Reputation und den Werten der Marke Swiss nicht nur beißt, sondern diesen ganz und gar widerspricht.

Dazu kommt die unter Lufthansa-Führung häufiger werdende Praxis des Wet-Leasings von Flugzeugen. Dabei werden nicht nur immer größere Teile der „Swiss-Flotte“ von anderen Fluggesellschaft gestellt, sondern auch betrieben. Der Kunde kann sich also immer weniger sicher sein, dass wo Swiss draufsteht, tatsächlich auch Swiss drin steckt. Das Management gaukelt somit seinen Kunden ganz bewusst nicht-vorhandene Swiss-Qualität vor.

Dieses Interview mit Hohmeister beweist, dass das Management der Lufthansa die erfolgreichste Fluggesellschaft ihrer Gruppe und alles wofür sie steht, nicht versteht. Viel schlimmer: Sie stellen unter Beweis, dass sie sich für die Werte und Reputation der Swiss nicht interessieren. Somit schaden sie nicht nur dem Unternehmen, sondern auch der Marke Swiss längerfristig.


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