Verfasst von: aeropersredaktion | 14/10/2014

Der Markentest: Wofür steht die Swiss denn eigentlich?

Wo Swiss drauf steht, muss auch Swiss drin sein!

Die „Mogelpackung“ die das Swiss-Management gerade versucht zu implementieren, bietet auch aus Brandingsicht enorme Angriffsfläche, dies zeigt sich in einem interessanten Beitrag des österreichischen Brandingexperten, Michael Brandtner. In seinem Artikel nimmt er das Swiss- (oder sollte man besser sagen Lufthansa-?) Management unter die Branding-Lupe und stellt fest, dass eine „Marke ganzheitlich gelebt werden muss“ und „ganzheitlich stimmen muss“. Dabei bezieht er sich auf den Kritikpunkt, dass das Swiss-Management gerade alles daran setzt, gute Schweizer Qualität durch „billigere Alternativen“ zu ersetzen und dabei hofft, dass der Kunde dies nicht merkt. Er zieht den Vergleich der Swiss mit der Marke BMW, wo „Fahrfreude“ versprochen wird, sollte sich diese (sowohl innen als auch aussen) finden lassen. http://brandtneronbranding.com/2014/10/13/swiss-oder-den-generellen-markentest-machen/

Für uns heisst das, dass dort wo Schweizer Qualität drauf steht, diese auch drin sein muss – und nicht nur von aussen „aufgemalt“ wird.

Brandtner  macht den Markentest und stellt sich die dazu relevante Frage: Wofür steht eine Marke aus Kundensicht?

Das Ergebnis seines Marken-Fluglinientests ist erschütternd. Denn auf die Frage, „wofür steht die Swiss Air eigentlich noch?“ ist die Antwort derzeit unklar. In einem von Billiganbietern-veränderten Markt versucht das Management der Swiss zu bestehen, indem die Kostenstruktur bis zum Letzten ausgequetscht wird -zu Lasten von uns Mitarbeitern. Doch was bedeutet der Imagewandel der Swiss von einer Premium-Airline hin zu einem auf dem Diskontmarkt-mithaltendem Anbieter aus professioneller Markensicht? Während Ryanair als Marke ein klares Branding kommuniziert und laut dem Markenexperten „als DIE Diskontfluglinie wahrgenommen“ wird, gerät die Swiss derzeit ins Schwanken, was die Aussendarstellung anbelangt.

Brandtner nennt diese Vorgehensweise einen „Systemfehler“, und plädiert darauf diesen schnellstmöglich zu beheben. Laut dem Branding-Experten befindet sich unsere Airline in der „Alles-für-Alle-Falle“, in der es darum geht möglichst alles für alle anzubieten, auch wenn unsere Kundschaft vielleicht gar nicht „alles“ möchte. Dennoch „alles“ anzubieten, erfordert natürlich auch eine dementsprechende Kostenstruktur.

„(…) auch in den USA. So gingen die vier grossen Alles-für-alle-Fluglinien Delta, American, United und U.S. Airways bereits jeweils mindestens einmal in Konkurs. Southwest Airlines wiederum schrieb als die führende Diskontfluglinie in den USA noch nie rote Zahlen in einem Geschäftsjahr und das seit 43 Jahren. Vielleicht sollten Lufthansa, AUA, Swiss und viele andere klassische Fluglinien zuerst einmal ihr generelles Geschäftsmodell und ihre generelle Markenpositionierung hinterfragen, bevor man endgültig die Weichen für die Zukunft stellt. Dazu muss man vor allem klären, wo wirklich der Mehrwert liegt und wie man diesen Mehrwert der angestrebten Zielgruppe (nicht allen) ganzheitlich schmackhaft machen kann. Anders gefragt: Wie sollte eine Nicht-Diskont-Fluglinie in Zukunft aussehen?“

 

Vielleicht sollte sich auch das Management einfach mal wieder auf die eigentlichen Werte der Swiss beruhen, darunter vor allem: echte Qualität, herausragender Service und mehr als alles andere Sicherheit und Zuverlässigkeit. Unserer Kundschaft würde das sicherlich auch gefallen.


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