Verfasst von: aeropersredaktion | 15/10/2014

Stehen uns juristische Abenteuer bevor? Ein Blick zu unseren österreichischen Kollegen.

Nachdem der Vorstand der österreichischen Fluggesellschaft AUA im Rahmen des verordneten Betriebsübergangs der AUA zu Tyrolean Airways im Jahre 2012 den bestehenden Kollektivvertrag des fliegenden Personals gekündigt hatte und der Betriebsrat sich genötigt sah, die Gerichte anzurufen, hat im vergangenen Juni nun der Europäische Gerichtshof einen Vorentscheid getroffen, der aber erst vor kurzem bekannt wurde. Der Vorentscheid richtet sich klar gegen die Masche des Vorstands.

In einer Medienmitteilung (Original hier laden) zeigen unsere österreichischen Kollegen vom Betriebsrat Bord nun ganz klar auf, wie gefährlich und teuer der vom Vorstand gefahrene Crash-Kurs für das Unternehmen ist. Wie es der Betriebsratspräsident Karl Minhard formuliert: „Es herrscht eine absurde Situation bei der AUA. Der Vorstand agiert, als hätte er vor Gericht gewonnen; nicht verloren. Während sich der Betriebsrat endlich eine Lösung im Dauerkonflikt wünscht, torpediert der Vorstand die Verhandlungen mit unerfüllbaren Forderungen und bricht diese nun sogar ganz ab.“ Das Vorgehen erinnert stark an das Verhalten des Swiss-Managements während der Gespräche zum Projekt X.

Die unverständliche Grabenhaltung des Vorstandes — wider sämtliche Gepflogenheiten einer guten Sozialpartnerschaft — hat das Unternehmen mittlerweile über 20 Millionen Euro gekostet. Während man also versucht, mit allen Mitteln beim fliegenden Personal auf dessen Kosten Einsparungen vorzunehmen, wirft man gleichzeitig Millionen Euro für einen völlig sinnlosen Kampf aus dem Fenster: Der Widerspruch dieses Vorgehens ist deutlich erkennbar.

Die für den Betriebsrat lang ersehnte Lösung des Konflikts scheint nun eingetroffen zu sein. Wie letzte Woche bekannt wurde, haben sich der Betriebsrat und der Vorstand nun auf die Eckpunkte eines neuen Kollektivvertrages einigen können. Wie es aus Kreisen der AUA heisst, wäre eine solche Einigung bereits vor zwei Jahren möglich gewesen. Weshalb also hielt der Vorstand zwei Jahre lang an einem Crashkurs und einer Verhandlungsweise fest, die selbst CEO Jaan Albrecht zu bereuen scheint? Analog zur jetzigen Situation bei der SWISS wurde wohl ein Kurs aus Frankfurt diktiert, der einzig dem Zwecke diente, zugunsten der Shareholder die Gewinne zu maximieren. Dabei war es egal, welche Gesetze man brach.

Müssen nun also auch Aeropers und die SWISS ein langes und kostenintensives juristisches Abenteuer fürchten, nur weil das Management dem Druck der Investorengruppen — darunter die berüchtigte BlackRock aus den USA — die Zitrone auszuquetschen, um möglichst schnell möglichst hohe Profite einzufahren, nachgeben muss? Denn während diese Strategie für die Investoren auf kurze Zeit vielleicht aufgehen mag, bedeutet sie für die Airline eine langfristige Gefährdung.

Wir können nur hoffen, dass das Management aus seinen Fehlern lernt. Denn ebenso wie unsere österreichischen Kollegen („Flown by Austrian and operated by Austrian“) haben wir nur ein Ziel: Wo SWISS drauf steht, soll auch wirklich SWISS drinstecken.


Responses

  1. […] AUA bereits getroffen hat: Nach dem Betriebsübergang von AUA in die Tyrolean muss jetzt nach dem Gerichtsentscheid zwei Jahre später alles wieder ZURÜCK buchstabiert werden. Die Firma AUA hat zwei Jahre für eine […]


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