Verfasst von: aeropersredaktion | 30/10/2014

Jetzt triffts die Temporären

Der Blick berichtete vor zwei Wochen darüber, dass die Swiss einen weiteren GAV gekündigt hat. Dies steht im Widerspruch zum Versuch des Managements, uns Piloten nach aussen hin zu isolieren und als einzige „Mitarbeitergruppe“ darzustellen, mit denen man keine Einigung auf eine (für die Zukunft der Airline) vernünftige Lösung findet. Wir möchten das Thema nochmals kurz aufgreifen und analysieren.

Der Blick berichtete wie folgt:

Jetzt triffts die Temporären – Swiss kündigt noch einen GAV

Aufbruchstimmung bei der Swiss: Mit neuen Flugzeugen und zusätzlichen Flügen will die Airline der Konkurrenz die Stirn bieten. Daneben beinhaltet die Kursänderung auch Sparmassnahmen. In welcher Form diese kommen, ist unklar. Bekannt ist aber: Die Airline kündigt einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) nach dem anderen.

BLICK weiss: Die Swiss hat nun auch den GAV für das temporäre Bordpersonal gekündigt. Die Gewerkschaft Kapers kritisiert den Schritt. «Nach der Kündigung des GAVs für das festangestellte Kabinenpersonal haben wir diesen Schritt erwartet. Trotzdem sind wir über das Vorgehen der Swiss empört», sagt Kapers-Geschäftsführer Elias Toledo. Neuanstellungen wegen der Kündigung seien nicht dem GAV unterstellt.

Auch der neue Piloten-GAV ist umstritten. Grund: Der Vertrag erlaubt schlechter bezahlten Regionalpiloten, die neuen Boeing 777 zu fliegen. Aeropers klagte darum die Swiss ein. Gehen die Sparmassnahmen also auf Kosten des Personals? «Die GAV sind für uns wichtig. Doch das wirtschaftliche Umfeld verlangt Anspassungen», sagt Swiss-Sprecher Mehdi Guenin.

Andere Medien zogen nach. Der blanke Hohn, ist was das Management dann gegenüber 20 Minuten aussagte: „Die Aufkündigung sei als Konsequenz zur Kündigung der anderen Gesamtarbeitsverträge für das Kabinenpersonal notwendig gewesen, um zukunftsfähige Rahmenbedingungen und Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern“.

Nun werden also Arbeitsverträge gekündigt, um die Arbeitsplätze zukunftsfähig und nachhaltig zu sichern. Es stellt sich die grosse und dringende Frage, was das Management unter zukunftsfähig und nachhaltig versteht.

Verträge, die den Investoren möglichst hohe Dividenden und dem Management fette Boni auch in Zukunft garantieren? Dass die Entschädigungen für das Lufthansa-Management in den letzten Jahren nach oben schossen wie sonst nur Unkraut, ist ja kein Geheimnis. Beim Personal soll nun gespart werden.

Liebes Lufthansa-Management, wenn Ihr dies lest, möchten wir nochmals klar und deutlich sagen: das ist nicht die Art, wie Sozialpartner in der Schweiz miteinander umgehen. Und auch nicht die Art, wie man langfristig in der Schweiz erfolgreich eine Firma führt!


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