Verfasst von: aeropersredaktion | 05/11/2014

Veralteter Führungsstil bei der Lufthansa?

„Swiss-made, by Swiss“ heisst das neue Motto des Swiss-Managements. Doch wie glaubwürdig ist dieser Grundsatz, wenn man bedenkt, dass die Swiss mittlerweile nicht nur Teil der deutschen Lufthansa Gruppe ist, sondern auch von der Lufthansa geführt wird und sich in jeglichen Entscheidungen — seien diese nun geschäftlicher oder gewerkschaftlicher Natur — auf deren deutsche Führungskultur stützt?

Die in Deutschland vorherrschende Führungskultur gilt laut der Studie des Bundesarbeitsministeriums und der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ als überholt (Hier zur entsprechenden Umfrage der ZEIT). Nicht zuletzt wegen der starren Hierarchien: Ein Management, welches aus starren Hierarchien heraus steuert, hat laut den 400 befragten Managern, nur noch wenig Zukunft. Solche starren Hierarchien sollten viel eher aufgelöst und durch bewegliche Führungsstrukturen ersetzt werden. Ebenso negativ bewerteten die Befragten jene Führungsmodelle, welche vor allem die Unternehmensrendite steigern sollten – wie dies bei Lufthansa der Fall ist. Die Mehrheit aller Befragten plädierte für einen grundlegenden Wandel und ein Umdenken innerhalb der Führungsebenen.

Für die Zukunft betonten die in der Studie befragten Führungskräfte Werte wie Entscheidungsfreiräume, Eigenverantwortung und Wertschätzung, die zur Steigerung der Mitarbeitermotivation führen. Führungskräfte müssten künftig in der Lage sein, zu kooperieren und empathisch sein. Dies verlangt aber natürlich auch die Fähigkeit zur Selbst-Reflexion: Ob diese derzeit bei der Lufthansa vorhanden ist, bliebt fraglich.

Mit einem Führungs- und Wertewandel würden sich die Mitarbeiter nicht mehr länger wie „Gefängnisinsassen in einem System, das nicht ihren Vorstellungen entspreche“ fühlen, wie es der frühere Personalvorstand der Telekom, Thomas Sattelberger, gegenüber der ZEIT formulierte.

Offensichtlich ist die Notwendigkeit eines neuen Führungsstils bei den Führungskräften der Lufthansa noch lange nicht angekommen. Würde endlich auch deren Führungsebene den notwendigen Umbruch und den Wertewandel erkennen und darauf mit einem neuen und modernen Führungsstil reagieren, so würde der Leistung des Schweizer Personals endlich die erforderliche Wertschätzung zukommen, anstatt, dass sie ausgequetscht werden, wie eine reife Zitrone.


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