Verfasst von: aeropersredaktion | 02/12/2014

Gefährliche Praktiken bei der Piloten-Ausbildung

Die Ausbildung zum Piloten ist wohl eine der teuersten Berufsausbildungen — und die ausgebildeten Piloten tragen die Kosten selbst, umgelagert auf den Monatslohn. Das heisst, dass ein Pilot erst mal sehr viel investieren muss, bevor er überhaupt arbeiten darf und Geld verdienen kann. Eine enorme Hürde ist die Zulassung zu Passagiermaschinen, aufgrund der hohen Zahl benötigter Flugstunden. Eine Option, diese Flugstunden zu sammeln, ist sehr riskant: Dabei verkaufen manche Fluggesellschaften „Flugstundenpakete“ an Piloten. Sprich Piloten bezahlen dafür, Linienflüge (mit Passagieren an Bord) zu leiten, für welche sie unter normalen Zuständen noch nicht zugelassen sind. Diese Praktik ist auch bekannt als ‚self sponsored line training’ und dient dazu, die langen und teuren Ausbildungszeiten zu verkürzen.

Zwei Aspekte dieses Brauchs sind besonders kritisch: Zum Einen sollte Arbeit generell vergütet werden. Die „Generation Praktikum“ trifft auch die Piloten.
Viel schwerwiegender ist aber, dass die Sicherheit der Passagiere gefährdet wird, wenn unerfahrene Piloten im Cockpit sitzen, um ihre benötigten Flugstunden zu sammeln.
Vergleichen wir das mal mit der Ärzte-Branche, die bezüglich der Zulassungskriterien und der gesellschaftlichen Verantwortung der Pilotenbranche sehr ähnlich ist. Bei beiden Berufen sind Vertrauen, Sicherheit und Zuverlässigkeit unerlässlich. Stellen Sie sich mal den Skandal vor, wenn ein Assistenzarzt ein Krankenhaus bestechen würde, indem er Geld dafür bezahlt, um an Operationen teilzunehmen zu dürfen und um somit die benötigten Assistenzstunden für seine offizielle Zulassung zu sammeln.
Piloten sind, wie Ärzte auch, verantwortlich für die Sicherheit vieler Menschen, die sich auf Werte wie Vertrauen, Können und Zuverlässigkeit verlassen müssen. Diese Werte müssen erfüllt werden! Grundvoraussetzung dafür ist eine solide Ausbildung und Erfahrung.
Um unserer Pflicht gegenüber der Sicherheit aller Fluggäste nachzukommen, muss das Senioritätsprinzip eingehalten und ‚direct entries‘ als Risikofaktor verhindert werden. Die Sicherheit einer Fluggesellschaft darf nicht abhängig sein von riskanten Versuchen und beschleunigten Ausbildungswegen, um schneller Geld zu verdienen. Der Weg zum Kapitän ist lang — und das hat auch einen Sinn. Ein Assistenzarzt wird auch nicht nach zwei Wochen Chefarzt.

Um diese gefährliche Praktik zu stoppen und Piloten eine solide Ausbildung ohne Ausnutzung und Gefährdung der Passagiere zu ermöglichen, unterschreiben Sie hier!


Responses

  1. Unser Sohn, nach dem Aviation College, hat fuer (10) Jahre fuer einen Regional Carrier in Vancouver gearbeitet bevor er von Air Canada angestellt wurde. Also ein langer Weg, aber bestimmt der Beste um die Flugsicherheit im Cockpit zu gewaehrleisten.

  2. Eine umfangreiche Überischt über die Pilotenausbildung habe ich auf http://www.pilotenausbildung-24.de gefunden


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