Verfasst von: aeropersredaktion | 02/12/2014

Ruf nach fairem Wettbewerb: Verleiht Europas Luftfahrt Aufwind!

Heute haben wir folgende Medienmitteilung veröffentlicht, die vor verzerrenden Geschäftspraktiken in der Luftfahrt warnt: 

Am Vorabend des Treffens der Verkehrs & Transportminister der Europäischen Union in Brüssel vom 3. Dezember warnen Piloten in ganz Europa vor Geschäftspraktiken, die den Wettbewerb zu verzerren und die Luftfahrtbranche in Europa erheblich zu schwächen drohen. Werden nicht innerhalb kürzester Zeit entschiedene Massnahmen dagegen ergriffen, läuft die Luftfahrt, wie wir sie heute kennen, Gefahr zu verschwinden.

Schädliche Geschäftspraktiken und Beschäftigungsmodelle sind zwei von vielen marktverzerrenden Elementen, die in einer neuen Publikation der European Cockpit Association (ECA) dargelegt werden. Die Europan Cockpit Association ist der Dachverband der europäischen Pilotenverbände und repräsentiert rund 38.000 Piloten aus ganz Europa.

Immer mehr Airlines versuchen sich durch Reduktion der Lohnkosten, Steuern und Sozialabgaben einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen: Praktiken wie die erzwungene Scheinselbstständigkeit der Crews, Sozialdumping und Ausflaggung sind auf dem Vormarsch. Fluggesellschaften versuchen von weniger strengen Vorschriften und günstigen Steuersystemen in Ländern zu profitieren in denen das Steuer-, Sozial- und Arbeitsrecht weniger streng ist als in ihrem Heimatland.

„Es ist besorgniserregend zu sehen, wie einige Airlines die Landschaft neu definieren”, sagt ECA Präsident Dirk Polloczek. „Es mag für Airlines verlockend sein ihre Kosten zu reduzieren, indem sie ihre Crew-Basis auf einem anderen Kontinent hat, ihre Flugzeuge in einem Steuerparadies registrieren lässt oder junge Piloten dafür bezahlen lässt, ihre Flugzeuge zu fliegen. Aber all das zerstört Arbeitsplätze in Europa, vermindert Steuer- und Sozialeinnahmen in den europäischen Ländern und zwingt andere Airlines dazu, diesem Beispiel zu folgen, wenn sie nicht vom Markt verdrängt werden wollen.“

Die Verzerrung des Wettbewerbs hat ihre Gründe aber auch ausserhalb von Europa. Die wirtschaftlich boomenden Fluggesellschaften aus Asien und dem Nahen Osten sind oft staatlich geförderte oder staatseigene Unternehmen mit Zugang zu billiger Infrastruktur, billigem Kapital und billigem Treibstoff – und sie dienen meistens der Umsetzung der umfassenderen Wirtschaftsstrategie der jeweiligen Regierung. Gleichzeitig unterliegen sie intransparenten Wirtschaftprüfungsstandards und teilweise weniger strikten Vorschriften als ihre europäischen Pendants.

„Unsere Fluggesellschaften können weder mit den Ressourcen der Golf-Airlines mithalten, noch können oder sollten sie sich auf staatliche Hilfe oder Subventionen verlassen,“ sagt ECA Generalsekretär Philip von Schöppenthau. „Unsere Airlines können nur profitabel sein, wenn das Wettbewerbsumfeld nicht verfälscht ist. Aus diesem Grund rufen Piloten aus ganz Europa die Minister, die neue Kommission und die neu gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlamentes dazu auf, den fairen Wettbewerb ins Zentrum der Europäischen Luftfahrtpolitik zu stellen“.

Um den Trend hin zu unfairem Wettbewerb aufzuhalten, sind konkrete Taten notwendig: Eine bessere Koordinierung sowie eine Stärkung der Sozialgesetzgebung, die Eliminierung missbräuchlicher Geschäftsmodelle und Sozialdumpings und die Sicherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen gegenüber staatlich geförderten ausländischen Gesellschaften.


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