Verfasst von: aeropersredaktion | 05/12/2014

Fliegen – Das Ende eines Bubentraums?

Im Blick wurde heute ein Artikel publiziert, der sich der Geschichte der Luftfahrt widmet. Dabei wird beschrieben, wie der Pilotenberuf vom „Bubentraum“ zunehmend zum anhaltenden Konflikt mit den Airline-Managements verkommt. Während die ersten Piloten in den 30er-Jahren von der grenzenlosen Freiheit schwärmten, die sie beim Fliegen verspürten, ist heute das Gegenteil eingetreten: Die Pilotenbranche sieht sich zunehmend mit einer prekären Sicherheitskultur und unbefriedigenden Vertragsbedingungen konfrontiert.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Piloten, welche das Swissair-Management dazu anhielten, in den Interkontinentalverkehr einzusteigen. Damit wurde ein Meilenstein in der Geschichte der Swissair erreicht, was zu einem hohen Masse den Piloten anzurechnen ist, die daran interessiert waren, die Luftfahrt und ihre Airline weiterzubringen.

Wir wollen verhindern, dass in Zukunft Rückschritte in der Geschichte der Luftfahrt gemacht werden, indem wichtige Sicherheitsvorkehrungen missachtet oder durch direct entries umgangen werden. Zur Erinnerung: Normalerweise gilt das Senioritätsprinzip, wenn Piloten von einer Airline in eine andere wechseln. Das heisst, dass die Piloten in der neuen Airline auf der untersten Stufe der Karriereleiter einsteigen, um sich an die neue Sicherheitskultur zu gewöhnen. Ziel ist, dass im Cockpit Missverständnisse verhindert werden können, die darauf beruhen, dass sich ein Pilot ungenügend mit der neuen Sicherheitskultur auskennt. Diese direct entries sind unerwünscht, da sie eine Gefahr für die Sicherheit im Cockpit darstellen. Zitat aus dem Blick:

„Es geht um die über Jahrzehnte gewachsene Sicherheitskultur, die verloren zu gehen droht, wenn Piloten aus Kostengründen von überall her angeheuert werden. Das droht, wenn die Swiss demnächst die Umschulung auf neue Boeing-Maschinen startet. Dann nämlich, wenn sich nicht genug Aeropers-Piloten dafür melden. Sie stecken in einem Dilemma: Willigen sie ein, tun sie es zu schlechteren Vertragskonditionen. Tun sie es nicht, öffnen sie das Swiss-Cockpit für Quereinsteiger, die in anderen Sicherheitskulturen gross geworden sind.“

Wir sind der Meinung, dass die Sicherheit im Cockpit unter keinen Umständen aufs Spiel gesetzt werden sollte. Das Fliegen soll eine Leidenschaft bleiben, und dafür ist es von höchster Wichtigkeit, dass Sicherheitsstandards wie das Senioritätsprinzip, welche sich über lange Zeit etabliert und bewährt haben, ausnahmslos durchgesetzt werden.

 


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