Verfasst von: aeropersredaktion | 17/12/2014

Das Ende für Schweizer Interessen?

Das Schweizer Management wird ganz stark von der deutschen Lufthansa und dem Frankfurter Management beherrscht. Anders als das eine „Mutter normalerweise tut“, wird die Swiss, als die erfolgreichste Airline im Konzern, von der deutschen Mutter ausgequetscht wie eine reife Zitrone.

Viel eher mütterliche Funktion hat nicht die Lufthansa, sondern die Swiss Luftfahrtstiftung, diese hält die schützende Hand über die Swiss und schützt somit als Einzige die Schweizer Interessen. Ohne die Swiss Luftfahrtstiftung als Hüterin der Schweizer Interessen rennt die Swiss in das deutsche Messer und somit in die nächste Saftpresse der Investoren und des Managements.

Um diese (vielleicht erahnte) Entwicklung zu umgehen, wurde 2005 die Swiss Luftfahrtstiftung für eine Dauer von zunächst zehn Jahren gegründet. Nach der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa, sollte diese in ihrer Beobachtungsfunktion sicherstellen, dass die Swiss ihre eigenen Interessen als Schweizer Airline bewahren kann.

Doch nun ist es wahrscheinlich vorbei mit der Eigenständigkeit der Swiss. Der Stiftungszweck steht der deutschen Lufthansa heute wohl nur noch im Weg. Weshalb die Lufthansa kein Interesse hat die Stiftungsdauer zu verlängern. Warum auch? Schliesslich hat die Swiss die letzten Jahre „erfolgreich im harten Wettbewerb operiert.“ Als bester Geschäftszweig des Lufthansa-Konzerns allemal.

Die Swiss Luftfahrtstiftung verfolgt Schweizer Interessen und nicht die der gierigen deutschen Mutter oder ihrer Investoren. Wenn es die Swiss Luftfahrtstiftung nicht mehr gibt, dann können sich zukünftig die Lufthansa-Interessen auch ohne Gegenwind in der Schweiz durchsetzen.

Man denke hierbei mal z.B. an den Rückzug der Schweizer Fluggesellschaft aus Basel-Mühlhausen. Diesbezüglich gab die Lufthansa kürzlich bekannt, dass sie den Flughafen mit der Billigmarke Eurowings bedienen wolle. Dies sei genau das, was man vor neun Jahren beim Verkauf der Swiss an die Lufthansa nicht wollte, sagte der ehemalige Verkehrsminister der «Schweiz am Sonntag». «Die Tatsache, dass Swiss-Flüge mit Schweizer Personal ab 2015 durch eine neue Billigairline der Lufthansa mit günstigerem Personal ersetzt werden, lässt sich nicht schönreden.»

Das Mandat muss verlängert werden, wenn die Swiss weiterhin eine „Schweizer Qualitäts-Airline“ mit Schweizer Interessen bleiben möchte.

Eingereichter Text

2015 ist geplant, die Swiss-Luftfahrtstiftung auslaufen zu lassen, die als Hüterin von Schweizer Interessen eingesetzt wurde.

– Ist es richtig, dies just zum heutigen Zeitpunkt zu machen, angesichts der massiven Dominanz ausländischer Airlines?

– Will der Bundesrat weiterhin eine Airline aus der Schweiz haben, die die Interessen der Schweizer Bevölkerung und der Schweizer Wirtschaft repräsentiert?

– Sind nicht gerade gegen Ende der Stiftungsdauer die Selbstständigkeit der Swiss und deren Arbeitsplätze in Gefahr?

Antwort des Bundesrates vom 08.12.2014

Die Swiss-Luftfahrtstiftung wurde im Zusammenhang mit der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa am 3. Oktober 2005 für die Dauer von maximal zehn Jahren gegründet. Die Stiftung hat ihren Zweck erfüllt, indem bis heute die Swiss eine recht grosse Eigenständigkeit hat behalten können und erfolgreich im harten Wettbewerb operiert. Eine Verlängerung der Stiftung ist in der Vereinbarung nicht vorgesehen und von der Lufthansa auch nicht geplant.

Die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Luftfahrt und eines qualitativ hochwertigen Luftverkehrsangebotes sowie der Erhalt von hochqualifizierten Arbeitsplätzen sind für den Bundesrat auch nach Auflösung der Swiss-Luftfahrtstiftung wichtige Anliegen. Aus diesem Grund plant das UVEK, eine Nachfolgelösung einzurichten, und dies in Form einer Monitoring-Gruppe. Deren Aufgaben werden über diejenigen der Stiftung hinausgehen. Sie wird nicht nur die Stellung der Swiss im Lufthansa-Konzern beobachten, sondern auch die allgemeine Entwicklung des Luftverkehrs in der Schweiz und die Situation der schweizerischen Aviatikindustrie. Es sollen in diesem Gremium deshalb neben der Aviatikbranche auch weitere Organisationen der Wirtschaft, aber auch die Wissenschaft und Verwaltung vertreten sein.


Responses

  1. Vielleicht ist die Zeit gekommen, wo die Schweiz entweder diese neue Realitaet akzeptiert, oder es findet sich eine Interessengruppe mit dem noetigen Start-Kapital eine „neue“ Swissair zu gruenden………


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