Verfasst von: aeropersredaktion | 19/12/2014

Medienmitteilung 19.12.2014

Heute haben wir die folgende Medienmitteilung veröffentlicht:

Just Culture – Voraussetzung für mehr Sicherheit in der Luftfahrt

Am 15. März 2011 ereignete sich ein Fastunfall (in Form von Beinahe-Kollision zweier Maschinen auf der Startbahn) auf dem Flughafen Zürich. Der Fluglotse muss sich derzeitig in einem Prozess alleinig für diesen Vorfall verantworten. AEROPERS fordert in diesem Prozess die Beachtung des Just Culture Ansatzes. Dieser dient der Erhöhung der Sicherheit auf Flugplätzen, da er die Sicherheitskette als Ganzes betrachtet und Schuld nicht einfach dem letzten Glied der Kette zuschiebt. Nur so kann die Sicherheit effektiv gewährleistet werden.

Da wir alle Menschen sind, kann jedem einmal ein Fehler passieren. Um Schwachstellen im System zu identifizieren, ist es ganz wichtig, dass falls mal ein Fehler passiert, dieser auch gemeldet werden kann, ohne sich direkt strafbar zu machen.
Nur durch die Meldung solcher möglichen Fehlerquellen und Schwachstellen im System, kann die Sicherheit im Flugbetrieb erhöht werden. Wenn die Missstände aus Angst vor der Strafe im Verborgenen bleiben, können diese nicht eliminiert werden.

Aktuell muss sich ein Fluglotse der Skyguide vor dem Bezirksgericht Bülach für einen Vorfall verantworten, bei dem im März 2011 zwei Flugzeuge gleichzeitig die Starterlaubnis auf sich kreuzenden Pisten erhalten haben.
Der Flughafen Zürich stellt mit seinem komplexen Pistensystem Fluglotsen und Piloten vor erhöhte Anforderungen. Die erforderliche Sicherheit kann aber nicht allein durch die Anklage eines Fluglotsen erhöht werden, sondern nur durch Reduktion der Komplexität. Gelebte „Just Culture“ bei der auch in Zukunft konsequent Fehler einzelner Akteure und Probleme im System gemeldet und dadurch Schwachstellen im System aufgedeckt und behoben werden können, ist ein wichtiges Hilfsmittel auch dafür.
„Die Anklage des Fluglotsen erhöht nicht die Sicherheit am Flughafen, im Gegenteil. Nur durch Bestrafen von Fehlern Einzelner, wird die Sicherheit nicht erhöht.“, sagt Tobias Mattle, Pressesprecher der AEROPERS.

AEROPERS fordert den Just Culture Ansatz, der nicht einzelne Verantwortliche und Schuldige sucht, sondern die Sicherheitskette als Ganzes betrachtet, um Schwachstellen im System zu identifizieren und eliminieren zu können.
Zweitens fordert AEROPERS, dass Fehler offen berichtet werden können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Denn nur wenn Fehlleistungen, die nicht grobfahrlässig oder vorsätzlich geschehen sind, straffrei gemeldet werden können, lässt sich ein Sicherheitsmanagement weiterhin ausbauen. Wenn allfällige Missstände verborgen bleiben, können systemische Ursachen nicht behoben werden.
Drittens trägt auch die Politik eine Verantwortung, weil sie aufgrund von Kompromissen mit Fluglärmgegnern die Flugrouten so legt, dass die Sache ziemlich komplex geworden ist. Die Sicherheit darf den Lärmgegnern nicht vorgezogen werden.


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