Verfasst von: aeropersredaktion | 13/01/2015

Artikel der NZZ am Sonntag – So sieht es wirklich aus?! 

Der kurz nach Weihnachten erschiene Artikel in der NZZ am Sonntag berichtete ausführlich über die aktuelle Situation zwischen dem Swiss Management und uns Piloten, über die Einigung hinsichtlich der Grundlagen für einen neuen GAV, über Neuheiten dieser Einigung  sowie möglichen Zukunftsszenarien.

Viele hatten den Verhandlungen keine Chance mehr gegeben. Die Fronten zwischen der Swiss-Führung und dem Pilotenverband Aeropers waren seit Monaten verhärtet. Nach einem abgelehnten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im Frühling 2014 kündigte das Unternehmen den bestehenden Vertrag auf Ende 2016, und die Piloten reichten wegen Vertragsverletzung Klage ein. (…) Zwei Tage vor Weihnachten überraschten Swiss und Aeropers nun mit einer Einigung über die «Grundlagen zu einem neuen Gesamtarbeitsvertrag». Die Airbus-Piloten fliegen demnach regulär neu 2 Jahre länger bis 60 und arbeiten unter dem Jahr offenbar rund 7 Tage mehr. 

Unsererseits müssen in diesem Artikel ein paar „Fakten“ korrigiert werden:

Neu 2 Jahre länger bis 60“ stimmt nicht: Weiterhin liegt das reguläre/frühe Renteneintrittsalter bei 58 Jahren, wir können und dürfen nun auch bis zu einem Alter von 60 Jahren fliegen. Hierbei ist auch die generelle Hochstufung des ordentlichen Alters von 58 hoch auf 60 zu betrachten (die Frühpensionierung gilt ab 58 Jahren).

Wie die «NZZ am Sonntag» erfahren hat, macht der Vertrag auch den Weg frei für ein gemeinsames Karrieremodell mit den «anderen» rund 250 Swiss-Piloten, die für die Swiss-Tochter Swiss European Kurzstrecken bedienen und einen eigenen GAV haben. Dafür teilen sich die beiden Korps offenbar hälftig den Betrieb aller neuen Flugzeuge, die bei der Swiss ab 2016 auf die Startbahn kommen. 

Hier muss klar werden, dass es den Zugang für die „neuen Flieger“ für die „anderen“ Piloten gibt. Obwohl das Betreiben der B777 ursprünglich nur im Vertrag von AEROPERS  stand und AEROPERS bisher auf Exklusivität beharrte, bedeutet die Einigung nun, dass auch die IPG-Piloten Langstreckenflugzeuge, und damit die B777 fliegen dürfen, vorausgesetzt diese nehmen den Vertrag an.

Lehnen die Piloten trotzdem auch diesen GAV ab, drohen ab Ende 2016 der vertragsfreie Zustand und ein konfliktträchtiges Szenario: Die Swiss-Führung will dann sowohl die 30 neuen Kurzstreckenflugzeuge der Firma Bombardier wie die 6 Boeing 777 für die Langstrecke von den Piloten der Airline-Tochter Swiss European fliegen lassen. Da die B-777 einige der grossen Airbusse ersetzen, müssten gemäss gut informierter Quelle aus dem Swiss-Management bis zu 400 Aeropers-Piloten bis 2018 entlassen werden. Zeitgleich müsste die Swiss bei der Swiss European Quereinsteiger-Piloten rekrutieren.

Bei der 6 B777 wird hier von 400 Piloten gesprochen. Obgleich diese Information aus einer „gut informierter Quelle“ kommt, sind es in Wirklichkeit pro B777 25 Piloten. Das heisst es handelt sich dabei um 6 Flugzeuge, also korrekt um 150 Piloten.

Das Aushungern des grossen Pilotenkorps würde den Konzern vor eine Zerreissprobe stellen. Swiss-Chef Harry Hohmeister hat diese Variante als Notfall-Strategie bezeichnet. (…) Kommen die Piloten an Bord, kann auch Hohmeister aufatmen, denn sein Programm für die nächsten Jahre ist per se anspruchsvoll, auch ohne den Zwist mit den Piloten. Mit grösseren, sparsamen Flugzeugen will er die Swiss fitter machen. 22 neue Ziele sollen ab 2015 in Europa angeflogen werden.Da die Maschinen von Bombardier gemäss verlässlichen Swiss-Quellen doch erst ab 2016 zur Verfügung stehen, stopft ein Vertrag mit der Fluggesellschaft Helvetic Airways die Lücken. Die Airline hat sieben Embraer dazugemietet, die erste wurde schon geliefert. Damit Helvetic die Verdoppelung der Sitzkapazitäten personell überhaupt meistern kann, helfen rund 40 Piloten der Swiss European temporär aus. 

Wir Aeropers Piloten werden uns weiterhin für Zuverlässigkeit und Sicherheit des Flugbetriebs einsetzen und dafür, dass die Marke Swiss dem Leistungsversprochen gerecht wird. Denn als Piloten sind wir am langfristigen Erfolg unserer Arbeitgeberin besonders interessiert, weil wir anders als zum Beispiel die Mitglieder des Managements nicht einfach die Arbeitgeberin wechseln können, sondern ihr über Jahrzehnte verbunden sind.


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