Verfasst von: aeropersredaktion | 17/03/2015

Die alte Leier von den Privilegien…

Unter dem Titel «„Basta-Ansagen“ in der Tarifpolitik nicht hilfreich! Ankündigung weiterer Arbeitskämpfe der Piloten!» schreiben unsere deutschen Kollegen der Vereinigung Cockpit heute auf ihrer Website:

Die Vereinigung Cockpit (VC) wird ihre Mitglieder bei Lufthansa am Mittwoch, den 18. März 2015 von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr zum Arbeitskampf aufrufen. Deutschlandweit werden die Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa bestreikt, Flüge der Lufthansa-Tochterunternehmen Germanwings und Eurowings sind nicht betroffen. Mitte vergangener Woche haben sich die Tarifparteien am Verhandlungstisch zum Thema Übergangsversorgung getroffen. Dabei konnten keine Fortschritte erzielt werden.
Das Lufthansa-Management beharrt auf seiner Position einer deutlichen Verschlechterung für junge Piloten bis hin zur Abschaffung der Übergangsversorgung. Das ist für die VC nicht akzeptabel.

Die Reaktion der Lufthansa liess nicht lange auf sich warten. Ebenfalls heute veröffentlichte sie eine Stellungnahme, mit der sie darüber informierte, was die Passagiere morgen zu erwarten haben. Aber sie liess es sich natürlich auch nicht nehmen, ihre Position ausführlich darzustellen und die Vereinigung Cockpit zu kritisieren. Was uns daran besonders stört, ist die folgende Formulierung:

Für die anderen 5.000 Piloten im Lufthansa-Konzern, also unter anderem bei Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Lufthansa Cityline und Eurowings sind in den letzten Monaten entsprechende zukunftsfähige Vereinbarungen erreicht worden, in denen durch Anpassungen alter Privilegien an das Marktumfeld neue Perspektiven ermöglicht werden.

Es ist richtig, dass es mit anderen Pilotenverbänden im Konzern Einigungen zu neuen Tarifverträgen gegeben hat. Aber «Anpassungen alter Privilegien»???? Was, bitte sehr, soll denn damit gemeint sein. Hat unser Management zu viel Zeit im Kino verbracht? Verwechselt unser eigenes Management die Realität des Pilotenberufs mit jenem Filmplakat, auf dem Leonardo DiCaprio von lauter gut aussehenden Flight Attendants umringt durch den Flughafen stolziert?
Es ist ärgerlich, dass das Management im gleichen Absatz, in dem es betont, man habe sich mit anderen Pilotenverbänden geeinigt, alte und falsche Klischees aus der Mottenkiste hervorkramt, mit einem einzigen Ziel: das Image der Piloten-Verbände zu beschädigen, um im Verhandlungspoker eine bessere Position zu erlangen. Das ist schon fast peinlich. Scheinbar gehen langsam die Argumente aus.
Wir möchten deshalb nochmals festhalten, dass die Realität des Pilotenberufs nichts mit jenem Filmplakat zu tun hat. Wenn Pilotenverbände sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen, dann geht es in keiner Form um die Wahrung von Privilegien, wie es sie vielleicht mal vor Jahrzehnten gegeben hat. Vielmehr geht es grundsätzlich immer und überall auf der Welt um die Verteidigung von einem Mindestmass an Arbeitsbedingungen, die nicht nur die Sicherheit und Zuverlässigkeit der einzelnen Flüge ermöglichen, sondern auch einen Rest der Attraktivität des Berufs wahren, damit die Arbeitsbedingungen nicht zusätzlich durch einen Pilotenmangel noch schlechter und Sicherheit und Zuverlässigkeit durch übermüdete Piloten negativ beeinträchtigt werden. Siehe hierzu auch unsere Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 17. Februar 2015.

 


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