Verfasst von: aeropersredaktion | 26/10/2015

Appell an die Luftfahrtindustrie

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 23. Oktober 2015 

Die Flugsicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Der wirtschaftliche Druck auf eine Airline und deren Mitarbeiter darf die Sicherheit des Flugbetriebs nicht beeinträchtigen.

Nun ist es scheinbar auch in der Schweiz soweit, dass wirtschaftlicher Druck auf Kosten der Sicherheit an die Piloten weitergegeben wird. Die Piloten der Etihad Regional drohen deshalb mit Arbeitskampf. Ständig ans Limit zu gehen, gefährdet die Sicherheit, so der Pilotenverband AEROPERS-SwissALPA, der sich nun mit einem deutlichen Appell an die Luftfahrtindustrie wendet.

Der Luftverkehr ist ein schwieriges und hartes Geschäft. «Aber Managementfehler und falsche Entscheidungen eines Unternehmens dürfen unter keinen Umständen Auswirkungen auf die Flugsicherheit haben», so Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS-SwissALPA. Mit grosser Sorge habe der über 1000 Mitglieder starke Pilotenverband deshalb Kenntnis vom Bericht der «Travel Inside» vom 22.10.2015 erhalten, in dem geschildert wird, dass den Kollegen der Etihad Regional scheinbar seit Jahren einseitig verordnete Gehaltskürzungen von mehr als 10 % auferlegt worden seien, Ferien willkürlich zugeteilt würden und scheinbar die Arbeitsbelastung bis an die gesetzlichen Limiten erhöht wurde. Wenn diese Aussagen stimmen, muss dies Sorgen bereiten. Willkürliche Ferienzuteilung mache unter anderem eine seriöse Planung der Ruhe- und Erholungszeiten unmöglich. Dies könne die Sicherheit gefährden. Diese sei zudem dann gefährdet, wenn man ständig nur die gesetzliche Limite einhalte. AEROPERS-SwissALPA vergleicht dies mit einem Autofahrer, der permanent mit 0.49 Promille fährt. Das sei zwar legal, aber kein Mensch würde behaupten, es sei auf Dauer wirklich sicher. Ein Vorgehen wie das von Etihad Regional könne mittel- bis kurzfristig zur Gefährdung der Flugsicherheit einer Airline führen – mit verheerenden Auswirkungen. Ein Pilot solle und müsse sich auf seine Arbeit im Cockpit konzentrieren. Dort ist kein Platz für Existenzängste und finanzielle Probleme.

«Die Airline-Industrie befindet sich aktuell auf einer Gratwanderung. Überall versucht man zu sparen und alle gesetzlichen Limiten auszureizen, um dem wirtschaftlichen Druck zu widerstehen, dem grundsätzlich alle Airlines ausgesetzt sind – mit Ausnahme der Middle East Carrier und den Billigairlines wie z.B. Ryanair», so Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS-SwissALPA. «Dies darf aber unter keinen Umständen zur Gefährdung der Flugsicherheit führen. Piloten wollen ihre Passagiere sicher und zuverlässig an ihr Ziel bringen – und das sollte auch der Wunsch eines jeden Managements sein. Man muss es den Piloten erlauben, dass sie sicher und zuverlässig fliegen können» sagt Hoffmann weiter.


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