Verfasst von: aeropersredaktion | 07/12/2015

Erhöhung der Vergütung der Vorstände der Lufthansa

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 7. Dezember 2015 

Erhöhung der Vergütung der Vorstände der Lufthansa

AEROPERS ist verwundert über die erneute Erhöhung der Grundgehälter bei den Vorständen der deutschen Lufthansa. Während die Mitarbeiter auf einen harten Sparkurs getrimmt werden und beim Personal weitreichende Einsparungen gefordert werden, scheint das Management vom Sparkurs verschont zu werden. 

«Mitten im Tarifstreit mit den Mitarbeitern ist ein sattes Gehaltsplus für die Führungsspitze geplant.» schreibt der Spiegel in der Ausgabe vom 5. Dezember 2015. Um 14 Prozent soll das Gehalt von Konzernchef Carsten Spohr ansteigen. Das Lufthansa Management verteidigt diese Lohnerhöhung mit dem Hinweis, dass zuletzt 2008 eine Lohnerhöhung stattgefunden hätte.

Gemäss den Geschäftsberichten der Lufthansa, die für die Öffentlichkeit einsehbar sind, stimmt diese Aussage jedoch nicht mit der Realität überein. So hatte der Konzernchef der Lufthansa im Jahr 2008 Anrecht auf ein Grundgehalt in Höhe von 762’000 Euro. Ausgehend von einer 14-prozentigen Lohnerhöhung gegenüber der Vergütung von 2014 wird das Grundgehalt 2016 1’183’000 Euro betragen. Dies entspricht seit 2008 einer Lohnerhöhung um satte 55 Prozent.

Immer wieder unternimmt der Lufthansa Konzern grosse Anstrengungen, um jährliche Einsparungen zu generieren. Was dabei verwundert: einer der wenigen Kostenpunkte, der in den letzten 10 Jahren beinahe explodiert ist, ist die Gesamtvergütung des Lufthansa Vorstandes. Dies ist einerseits auf die Vergrösserung des Gremiums, aber auch auf die regelmässigen Lohnerhöhungen der einzelnen Vorstandsposten, zurückzuführen. So kostete das oberste Management des Konzerns, bestehend aus drei Vorständen, 2005 den Konzern rund 3,1 Millionen Euro. 2014 beliefen sich die Kosten für das aus fünf Vorständen bestehende Gremium auf ganze 8 Millionen Euro. Diese Kostenexplosion von über 158 Prozent steht in keinem Verhältnis zum Spardruck, den das Management an die eigenen Mitarbeiter weitergibt.

Die Mitarbeiter der Swiss haben diesen Druck in den Verhandlungen zu den aktuellen Gesamtarbeitsverträgen schon mehr als deutlich spüren dürfen. Der aktuelle CEO der Swiss, Harry Hohmeister, ist interessanterweise zugleich Mitglied im Konzernvorstand der Lufthansa und käme ebenfalls in den Genuss der geplanten Lohnerhöhung. «Ganz offensichtlich scheint die Lufthansa finanziell nicht so schwach dazustehen, wie es vom Management gegenüber den Mitarbeitern gerne dargelegt wird. Anders lassen sich diese massiven Lohnerhöhungen nicht erklären», sagt Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer der AEROPERS.

 


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