Verfasst von: aeropersredaktion | 09/04/2016

„DACH“: Gemeinsam gegen Lohn- und Sozialdumping über den Wolken

Fünf Gewerkschaften und Verbände ziehen ab sofort an einem Strang.

Im Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping in der Luftfahrt gibt es eine neue Kraft! In der ÖGB-Zentrale in Wien haben jetzt fünf Gewerkschaften und Verbände ihren Schulterschluss verkündet. Gemeinsam haben sie den Startschuss für ihre neue Allianz DACH (Deutschland, Austria, SCHweiz) gegeben. Die Gewerkschaften vida aus Österreich, die Vereinigung Cockpit und UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) aus Deutschland sowie die kapers Schweizerische Gewerkschaft des Kabinenpersonals) und AEROPERS (Verband des Cockpitpersonals der SWISS) aus der Schweiz treten vereint an, um Qualitäts-und Sozialkriterien in der Arbeitswelt der Luftfahrt-Beschäftigten noch stärker in den Vordergrund zu rücken.

Bessere Arbeitsbedingungen schaffen

„Gute Ausbildung, Qualität und die Sicherheit der Passagiere sowie des Airline-Personals müssen in der Luftfahrt weiterhin oberste Priorität haben“, haben alle unterstrichen. In einem Unternehmen wie dem Lufthansa-Konzern und allen seinen Töchtern dürfen Sozialstandards nicht an den Landes- und EU-Aussengrenzen enden. „Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr und seine Vorstandskollegen sowie die EU-Kommission sind aufgefordert, den Fokus noch stärker auf gute Arbeitsbedingungen, Beschäftigtenrechte und vor allem auf die Sicherheit der Fluggäste und Beschäftigten zu legen, fordert Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luft- und Schiffverkehr der Gewerkschaft vida.

Für die Zukunft hat sich die DACH-Allianz viel vorgenommen, hat Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer der AEROPERS, versichert: „Wir werden Standards für künftige Tarifverträge festlegen, gemeinsame Strategien entwickeln und situativ multinationale Verhandlungsteams stellen. Wir wollen uns aktiv einbringen, bevor Manager und Beratungsfirmen neue Strukturen, Zuständigkeiten und Geschäftsfelder schaffen und zu Fakten machen!“

Gemeinsam statt gegeneinander

Alle DACH-Mitglieder haben ein klares Bekenntnis abgeliefert, der internationalisierten Arbeitgeberseite entschlossen gegenüberzutreten. „Wir werden ein gegenseitiges Ausspielen der Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Betrieben für alle dort betroffenen Mitarbeiter verhindern“, so Nicoley Baublies, Vorstand für Tarifpolitik und Öffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaft „Unabhängige Flugbegleiter Organisation“. „Wir müssen immer damit rechnen, dass die Arbeit relativ schnell davonfliegt – von Deutschland nach Österreich oder nach Belgien“, ergänzte Uwe Hien, Tarifverantwortlicher bei UFO. Daher, so Henning Hoffmann von AEROPERS, braucht es multinationale Verhandlungsteams und Standards für Tarifverträge.

Konstruktiver Partner

Dass die Gewerkschaften und Verbände künftig zusammenarbeiten, ist für Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit e.V., ein logischer Schritt: „Das Teile-und-Herrsche-Prinzip, mit dem die Lufthansa-Konzernführung seit einiger Zeit nicht nur innerhalb Deutschlands agiert, macht unsere Zusammenarbeit unverzichtbar.“ Als Allianz will man konstruktiver Partner sein und den Abschluss wettbewerbsfähiger Tarifverträge anbieten, damit der Konzern mit allen Marken erfolgreich sein kann und mit dem Markt wachsen kann.

Der Kosten- und Konkurrenzdruck innerhalb des Lufthansa Konzerns macht auch Michael Singscheidt, Kapers-Vizepräsident, Sorgen: „Gemeinsam mit unseren Partnergewerkschaften setzen wir alles daran, das soziale Umfeld und die Arbeitsbelastung des Berufs des Flugbegleiters so zu gestalten, dass er bis zum Rentenalter in Würde ausgeübt werden kann. Wichtig dafür ist ein gutes  zusammenwirken von Politik, Arbeitgebern und besonders den Gewerkschaften und Verbänden.“

Zum Abschluss der DACH-Präsentation haben alle Gewerkschafter bekräftigt: „Wir sind bereit für die Zukunft – eine gemeinsame Zukunft.“

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In einer bisher einmaligen Aktion haben sich fünf Gewerkschaften/Verbände aus drei Nationen zusammengeschlossen – gemeinsam werden sie in Zukunft unter dem Titel „D A CH“ gegen Lohn- und Sozialdumping in der Luftfahrt kämpfen.

Der Schweizer Pilotenverband AEROPERS, die kapers, als Gewerkschaft des Kabinenpersonals der Swiss, die Gewerkschaft vida aus Österreich sowie die Vereinigung Cockpit und UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) aus Deutschland treten vereint an, um das Bestbieterprinzip zu verankern. Qualitäts-und Sozialkriterien in der Arbeitswelt der Luftfahrt-Beschäftigten müssen in den Vordergrund treten.

„Worthülsen und Alibitreffen sind mit unserer Allianz sicher nicht gemeint, ganz im Gegenteil“, hält Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer der AEROPERS fest. „Wir werden Standards für künftige Tarifverträge festlegen, gemeinsame Strategien entwickeln und multinationale Verhandlungsteams stellen. Wir werden nicht mehr zuschauen, was Manager, die in fünf Jahren ihre Posten wieder verlassen und das Schicksal anderer Arbeitsnehmer in die Hand bekommen, sich alles ausdenken und umsetzen. Und zwar ohne Einbezug der hohen Kompetenz ihrer Arbeitsnehmervertreter. Meist werden von Managern und Beratungsfirmen einseitig neue Strukturen, Zuständigkeiten und Geschäftsfelder entwickelt und einfach Fakten geschaffen. Hier müssen wir uns aktiv einbringen“, so Hoffmann weiter.

Um über die Hintergründe und Ziele dieser Zusammenarbeit zu unterrichten, findet am kommenden Freitag eine Medienkonferenz in Wien statt:

Zeit: Freitag, 8. April 2016, 9.30 Uhr

Ort:  ÖGB-Zentrale Catamaran, Erdgeschoss, Presseraum,
1020 Wien, Johann Böhm-Platz 1

Die Gesprächspartner sind:

– Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luft- und Schiffverkehr der Gewerkschaft vida
– Nicoley Baublies, Vorsitzender der Gewerkschaft „Unabhängige Flugbegleiter Organisation“
– Michael Singscheidt, Vizepräsident kapers
– Ingolf Schumacher, Vereinigung Cockpit, Vorsitzender Tarifpolitik
– Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS

Wir würden uns freuen, eine Vertreterin bzw. einen Vertreter Ihrer Redaktion in Österreich begrüssen zu dürfen.

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 Kontaktpersonen:

Thomas Steffen          Peter Schmid                 Henning M. Hoffmann
Vizepräsident                Vorstandsmitglied        Geschäftsführer

Mediensprecher            Mediensprecher           Mediensprecher

Verfasst von: aeropersredaktion | 04/03/2016

Zum Schutz Schweizer Arbeitsplätze: Keine 5. Freiheit für Emirates

Gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) liegt ein Antrag der Emirates Airline vor, von Dubai via Zürich nach Mexico zu fliegen. Falls die sogenannte 5. Freiheit gewährt würde, könnte Emirates auch Tickets von Zürich nach Mexiko und zurück verkaufen und würde noch öfter nach Zürich fliegen. Das ungebremste Wachstum der staatssubventionierten Fluglinien aus dem Mittleren Osten gefährdet schon heute viele Arbeitsplätze in der Luftfahrtindustrie in der Schweiz und in Europa.

Bereits heute fliegt Emirates zweimal pro Tag mit dem aktuell grössten Passagierflugzeug A380 nach Zürich und einmal mit der B777 nach Genf. Dieses Angebot übersteigt die Nachfrage für die Strecke nach Dubai bei weitem. Die Vereinigten Arabischen Emirate bauen ihre Flughäfen zu riesigen Umsteigeflugplätzen aus und locken Passagiere um jeden Preis in die Maschinen ihrer Staatsairlines. Flüge aus der Schweiz nach Afrika und Asien sind via Dubai oft zu Spottpreisen erhältlich, irgendwie müssen die Maschinen ja gefüllt werden. «Diese Entwicklung gefährdet immer mehr Arbeitsplätze in der Schweiz», sagt Lukas Meyer, Präsident des Pilotenverbandes AEROPERS. Die Middle-East-Airlines sind politische Instrumente der Ölstaaten und ein wichtiger Teil der Wirtschaftsstrategie dieser Länder. «Während in der Schweiz und Europa der Flugverkehr nur als Ärgernis betrachtet wird und der Fluglärm das Hauptthema zu sein scheint obwohl dieser einen enormen Wirtschaftsfaktor darstellt, werden in Dubai, Abu Dhabi und Doha unzählige neue Pisten und Terminals errichtet», erläutert Meyer weiter. Diese Flughäfen können auch rund um die Uhr in Betrieb sein, weil eine optimale Luftfahrtinfrastruktur in diesen Ländern hohe Priorität geniesst. «Können sich die Middle-East-Airlines weiter so ungehindert ausbreiten, dann sehe ich längerfristig schwarz für die Entwicklung der Schweizer Luftfahrt», erklärt der AEROPERS-Präsident weiter. «Die Spiesse für europäische Fluglinien gegen die staatssubventionierten Golfairlines sind einfach nicht gleich lang. Irgendwann lohnt sich der Betrieb eines Langstreckennetzes ab Zürich nicht mehr und es werden nur noch Flüge von ausländischen Airlines zu den grössten Umsteigeflugplätzen der Welt angeboten. Statt in Zürich werden die Arbeitsplätze in Dubai zu finden sein und zahlreiche Betriebe, die auf Direktverbindungen angewiesen sind, werden der Region Zürich den Rücken kehren».
«Im Interesse der Schweiz muss das BAZL das Gesuch von Emirates ablehnen», fasst Lukas Meyer zusammen, «ansonsten sind wir in der Schweiz irgendwann von der Gunst aussereuropäischer Airlines abhängig».

Gestern haben wir seitens AEROPERS-SwissALPA die folgende Medienmitteilung veröffentlicht. Diese ist auch auf unserer Website zu finden.

Der Lufthansa Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr gönnt sich nach Medienberichten eine satte Gehaltserhöhung. Auch der scheidende Swiss CEO Harry Hohmeister wird als Vorstandsmitglied der Lufthansa in Zukunft 100’000.- Euro zusätzlich in der Tasche haben. Ist dies das Ende der „Schwarzen Wolken am Horizont“ oder predigt der Vorstand Wasser während er Wein trinkt?

„Schwarze Wolken am Horizont“, dass sind die jährlich wiederkehrenden Ankündigungen der Manager bei Lufthansa, Swiss und Austrian. „Deshalb muss der Gürtel noch enger geschnallt werden!“ und „Die Zitrone ist nie genug gequetscht“ sind Zitate aus der Chefetage des Lufthansakonzerns, zu dem auch Swiss und Austrian gehören.

Weil die Mitarbeiter mit bisher unbekanntem Druck auf einen harten Sparkurs getrimmt werden erodieren die Arbeitsbedingungen im Lufthansa Konzern. Beschneidungen der Löhne, höhere Produktivität, und Einschnitte in der Pensionsabsicherung sind nur einige Zugeständnisse die u.a. viele Piloten im Konzern bereits hinnehmen mussten. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland durch den Aufbau von Eurowings hat begonnen.

Der Vorstand predigt Wasser und trinkt selbst den Wein. Nach Medienberichten genehmigt sich der Lufthansa Vorstand zum Jahresende eine satte Gehaltserhöhung. Das Lufthansa Management rechtfertigt sich mit dem Hinweis, dass es zuletzt 2008 eine Erhöhung der Vorstandsbezüge gegeben hätte.

Für die AEROPERS steht diese Gehaltserhöhung vor dem Hintergrund des Spardrucks auf die Mitarbeiter in keinem Verhältnis. Speziell, wenn man auf die Entwicklung der letzten Jahre blickt: Gemäss den Geschäftsberichten der Lufthansa bezog der Konzernchef der Lufthansa im Jahr 2008 ein Grundgehalt in Höhe von 762’000 Euro. Ausgehend von einer 14-prozentigen Lohnerhöhung gegenüber der Vergütung von 2014 wird das Grundgehalt im kommenden Jahr 1’183’000 Euro betragen. Dies entspricht seit 2008 einer Lohnerhöhung um satte 55 Prozent.

Nur die Bedingungen der Arbeitnehmer im Konzern werden konsequent dem Spardruck unterworfen. Völlig unverständlich ist dabei, dass im Gegenzug die Gesamtvergütung des Lufthansa Vorstandes geradezu explodiert ist. So kostete das oberste Management des Konzerns, bestehend aus drei Vorständen, 2005 den Konzern rund 3,1 Millionen Euro. 2014 beliefen sich die Kosten für das aus fünf Vorständen bestehende Gremium auf ganze 8 Millionen Euro.
Diese Kostenexplosion von über 158 Prozent steht in keinem Verhältnis zum Spardruck, den das Management auf die eigenen Mitarbeiter ausübt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gehaltserhöhung der Vorstände ein Zeichen für das Ende der ständig präsenten schwarzen Wolken am Himmel ist. Über 15 % Gehaltserhöhung würde sich wohl jeder Mitarbeiter im Konzern freuen.

 

Verfasst von: aeropersredaktion | 07/12/2015

Erhöhung der Vergütung der Vorstände der Lufthansa

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 7. Dezember 2015 

Erhöhung der Vergütung der Vorstände der Lufthansa

AEROPERS ist verwundert über die erneute Erhöhung der Grundgehälter bei den Vorständen der deutschen Lufthansa. Während die Mitarbeiter auf einen harten Sparkurs getrimmt werden und beim Personal weitreichende Einsparungen gefordert werden, scheint das Management vom Sparkurs verschont zu werden. 

«Mitten im Tarifstreit mit den Mitarbeitern ist ein sattes Gehaltsplus für die Führungsspitze geplant.» schreibt der Spiegel in der Ausgabe vom 5. Dezember 2015. Um 14 Prozent soll das Gehalt von Konzernchef Carsten Spohr ansteigen. Das Lufthansa Management verteidigt diese Lohnerhöhung mit dem Hinweis, dass zuletzt 2008 eine Lohnerhöhung stattgefunden hätte.

Gemäss den Geschäftsberichten der Lufthansa, die für die Öffentlichkeit einsehbar sind, stimmt diese Aussage jedoch nicht mit der Realität überein. So hatte der Konzernchef der Lufthansa im Jahr 2008 Anrecht auf ein Grundgehalt in Höhe von 762’000 Euro. Ausgehend von einer 14-prozentigen Lohnerhöhung gegenüber der Vergütung von 2014 wird das Grundgehalt 2016 1’183’000 Euro betragen. Dies entspricht seit 2008 einer Lohnerhöhung um satte 55 Prozent.

Immer wieder unternimmt der Lufthansa Konzern grosse Anstrengungen, um jährliche Einsparungen zu generieren. Was dabei verwundert: einer der wenigen Kostenpunkte, der in den letzten 10 Jahren beinahe explodiert ist, ist die Gesamtvergütung des Lufthansa Vorstandes. Dies ist einerseits auf die Vergrösserung des Gremiums, aber auch auf die regelmässigen Lohnerhöhungen der einzelnen Vorstandsposten, zurückzuführen. So kostete das oberste Management des Konzerns, bestehend aus drei Vorständen, 2005 den Konzern rund 3,1 Millionen Euro. 2014 beliefen sich die Kosten für das aus fünf Vorständen bestehende Gremium auf ganze 8 Millionen Euro. Diese Kostenexplosion von über 158 Prozent steht in keinem Verhältnis zum Spardruck, den das Management an die eigenen Mitarbeiter weitergibt.

Die Mitarbeiter der Swiss haben diesen Druck in den Verhandlungen zu den aktuellen Gesamtarbeitsverträgen schon mehr als deutlich spüren dürfen. Der aktuelle CEO der Swiss, Harry Hohmeister, ist interessanterweise zugleich Mitglied im Konzernvorstand der Lufthansa und käme ebenfalls in den Genuss der geplanten Lohnerhöhung. «Ganz offensichtlich scheint die Lufthansa finanziell nicht so schwach dazustehen, wie es vom Management gegenüber den Mitarbeitern gerne dargelegt wird. Anders lassen sich diese massiven Lohnerhöhungen nicht erklären», sagt Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer der AEROPERS.

 

Verfasst von: aeropersredaktion | 01/12/2015

Schlussbericht zum Absturz der Air Asia vom 28.12.2014

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 1. Dezember 2015 

Auch moderne Flugzeuge müssen von gut ausgebildeten Piloten gesteuert werden, denn sie fliegen nicht vollautomatisch. Nur gut ausgebildete Piloten können die Passagiere sicher und zuverlässig von A nach B transportieren.

 Gemäss dem Abschlussbericht der zuständigen Untersuchungsbehörden sollen ein Computerproblem und daraus resultierende Fehlentscheidungen der Piloten zum Absturz der Air-Asia-Maschine im vergangenen Dezember in Indonesien geführt haben. Der Bericht zeigt, dass Verkehrs-Flugzeuge auch heute – entgegen anderslautenden Meinungen in den Medien oder der Öffentlichkeit – nicht automatisch von A nach B fliegen. Maschinen wie der Airbus A320 lassen sich nach dem von Hand durchgeführten Start von den Piloten grundsätzlich via Autopilot bis zum automatischen Aufsetzen auf der Landebahn steuern. Der Autopilot muss dabei von den Piloten aber stetig mit Informationen versorgt und überwacht werden. Bei sehr schlechter Sicht muss die Landung mit dem Autopiloten durchgeführt werden; bei schwierigen Windverhältnissen können aber nach wie vor nur manuelle Landungen durch die Piloten durchgeführt werden.

Im Fall der abgestürzten Maschine scheint ein technischer Fehler die Cockpitbesatzung sehr stark beansprucht zu haben. Offensichtlich wurden dabei Verfahren zum Neustart von Flugsteuerungs-Computern nicht korrekt ausgeführt bzw. falsch interpretiert. Nach dem Verlust dieser unterstützenden Steuerungssysteme gelang es den Piloten offenbar nicht, das Flugzeug unter Kontrolle zu halten, so dass die Maschine ins Meer stürzte.

„Es zeigt sich wieder einmal, dass eine fundierte Ausbildung der Piloten von grösster Wichtigkeit ist“, sagt Thomas Steffen, Flugsicherheitsexperte und Pressesprecher der AEROPERS.

„Die niedrigen Ticketpreise zwingen viele Airlines zu rigorosen Sparmassnahmen. Diese dürfen unter keinen Umständen zu Lasten der Ausbildung und damit zu Lasten der Sicherheit gehen. Airlines müssen die Voraussetzungen schaffen, dass ihre Piloten die Passagiere sicher und zuverlässig von A nach B transportieren können“, so Steffen weiter.

 

 

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 27. November 2015 

Flughafenbericht 2015 – Flughafenregion als Wohnort immer noch sehr attraktiv

AEROPERS ist schockiert über die unzähligen falschen Behauptungen in den Reaktionen zum präsentierten Flughafenbericht. Es zeigt sich, dass die Diskussionen um den Flughafen leider fast nur emotional statt sachbezogen geführt werden.

Die Arbeitgeberin unserer Mitglieder, die Swiss, unternimmt grosse Anstrengungen, um die Lärmbelastung der Flughafenanwohner laufend zu verringern. Ab nächstem Jahr werden die Avro RJ100 Jumbolino-Maschinen sukzessive durch neue Bombardier C-Series ersetzt. Die neuen Maschinen werden vom Boden aus als etwa halb so laut empfunden werden wie ihre Vorgänger. Gegenteilige Behauptungen sind schlicht unseriös. Ausserdem werden auch einige Airbus A340 durch schneller steigende und leisere Boeing B777 ersetzt, was sich ebenfalls positiv auf die Fluglärmsituation auswirken wird.

Eine Tatsache ist es hingegen, dass gemäss dem heute präsentierten Flughafenbericht 2015 die Bevölkerung in den vom Fluglärm betroffenen Gemeinden im Jahr 2014 wieder zugenommen hat. «Die Flughafen-Region scheint als Wohnort immer noch sehr attraktiv zu sein», sagt Peter Schmid, Pressesprecher des Pilotenverbandes der Swiss, AEROPERS. «Nur so lässt sich erklären, dass trotz scheinbar steigender Lärmbelastung immer noch mehr Personen in die betroffenen Gebiete ziehen».

Die steigenden Bevölkerungszahlen rund um den Flughafen zeigen, dass der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) kein geeignetes Mittel ist, um die Attraktivität einer Wohnregion zu beurteilen. «Offensichtlich überwiegen die Vorteile eines Wohnsitzes in der Flughafenregion nach wie vor», fasst Peter Schmid zusammen.

Gerne nehmen wir zu den falschen Behauptungen, die nun im Umlauf sind, Stellung:

Falsch ist…

„Einserseits wolle man die Bevölkerung aus Raumplanungsgründen in den urbanen Zentren konzentrieren, anderseits die Flüge kanalisieren. Pech also, dass die Flughafenregion eines dieser urbanen Zentren ist“.

Richtig ist…

  • Es hat sich über Jahre stetig zu einem dieser Zentren entwickelt, es war nicht schon immer eines.

 

Falsch ist…

“ Der Fluglärmindex nimmt wegen der Verletzung der Nachtflugsperre zu.“

Richtig ist…

  • Die zusätzlichen Nachtflüge entstehen oft durch Verspätungen, die am Tag durch das komplizierte Betriebsverfahren des Flughafens Zürich entstehen.

 

Falsch ist…

„CSeries sind zwar leise, aber nicht wesentlich leiser als der alte Jumbolino“.

Richtig ist…

  • Die CSeries sind nachweislich halb so laut.

 

Falsch ist…

„Die Flüge am späten Abend seien nicht wirklich im Sinne der Flugpassagiere und dienen nur der Hub-Funktion des Flughafens. Wer so spät abfliegt, kommt in Genf, Moskau, Stuttgart und Tel Aviv mitten in der Nacht an. Wer wählt eine solche Verbindung freiwillig?“

Richtig ist…

  • Die Flüge am späten Abend sind hauptsächlich Langstreckenflüge. Die Abend- bzw. Nachtflüge sind von den Passagieren gewünscht, um zu einer sinnvollen Zeit am Reiseziel anzukommen. Andere Passagiere wollen am Abend einfach nach Hause – was sonst?

 

Falsch ist…

„Unter dem «Deckmantel des Verspätungsabbaus» seien nach 23 Uhr rund 2300 Flugbewegungen durchgeführt worden.“

Richtig ist…

  • Es ist durchaus möglich, dass es Flugbewegungen nach 23 Uhr gegeben hat und weiterhin gibt. Dies ist zum einen den häufig bestehenden schlechten Wetterbedingungen und dem lediglich politisch beeinflussten Flughafenkonzept geschuldet.

 

Fazit:

Leider wird der Flughafen von den verschiedensten Interessengruppen nur noch als reiner Lärmproduzent angesehen. Dessen wirtschaftliche Bedeutung für Kanton und die ganze Schweiz wird dabei komplett ausgeblendet. Die Zahl der Arbeitsplätze wächst konstant und die Wünsche der Reisenden, die ebenfalls aus der Flughafenregion stammen, nicht minder.

Verfasst von: aeropersredaktion | 27/10/2015

Ungefiltert eingeatmet

Am 28. Oktober 2015 um 20 Uhr wird im Scala Kinocenter in Konstanz der Film «Ungefiltert eingeatmet» von Tim van Beveren, präsentiert, der sogar schon mit einem Festival Award ausgezeichnet wurde.

http://www.ungefiltert-eingeatmet.de/

Der Film handelt vom aerotoxischen Syndrom, einem schon lange schwelenden Thema der Aviatik. Unter diesem Begriff werden mögliche Gesundheitsschädigungen diskutiert, die durch Verunreinigung der Atemluft u.a. in der Kabine von Passagierflugzeugen ausgelöst werden können. Für AEROPERS-SwissALPA, ist die Thematik „Contaminated Cabin Air“ schon länger aktuell und sehr wichtig. AEROPERS-SwissALPA ist aus diesem Grund Mitglied der Global Cabin Air Quality Executive (http://gcaqe.org/) und verweist daher auch auf deren Inhalte.

«Wir sind davon überzeugt, dass uns alle diese Thematik etwas angeht. Wir wollen euch darauf hinweisen und sensibilisieren, dass ihr euch im entscheidenden Moment richtig verhalten könnt um euch, eure Besatzung und eure Passagiere bestmöglich zu schützen.» So appellierte AEROPERS an seine Mitglieder in einem Rundschreiben.

Verfasst von: aeropersredaktion | 26/10/2015

Appell an die Luftfahrtindustrie

Medienmitteilung der AEROPERS-SwissALPA vom 23. Oktober 2015 

Die Flugsicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Der wirtschaftliche Druck auf eine Airline und deren Mitarbeiter darf die Sicherheit des Flugbetriebs nicht beeinträchtigen.

Nun ist es scheinbar auch in der Schweiz soweit, dass wirtschaftlicher Druck auf Kosten der Sicherheit an die Piloten weitergegeben wird. Die Piloten der Etihad Regional drohen deshalb mit Arbeitskampf. Ständig ans Limit zu gehen, gefährdet die Sicherheit, so der Pilotenverband AEROPERS-SwissALPA, der sich nun mit einem deutlichen Appell an die Luftfahrtindustrie wendet.

Der Luftverkehr ist ein schwieriges und hartes Geschäft. «Aber Managementfehler und falsche Entscheidungen eines Unternehmens dürfen unter keinen Umständen Auswirkungen auf die Flugsicherheit haben», so Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS-SwissALPA. Mit grosser Sorge habe der über 1000 Mitglieder starke Pilotenverband deshalb Kenntnis vom Bericht der «Travel Inside» vom 22.10.2015 erhalten, in dem geschildert wird, dass den Kollegen der Etihad Regional scheinbar seit Jahren einseitig verordnete Gehaltskürzungen von mehr als 10 % auferlegt worden seien, Ferien willkürlich zugeteilt würden und scheinbar die Arbeitsbelastung bis an die gesetzlichen Limiten erhöht wurde. Wenn diese Aussagen stimmen, muss dies Sorgen bereiten. Willkürliche Ferienzuteilung mache unter anderem eine seriöse Planung der Ruhe- und Erholungszeiten unmöglich. Dies könne die Sicherheit gefährden. Diese sei zudem dann gefährdet, wenn man ständig nur die gesetzliche Limite einhalte. AEROPERS-SwissALPA vergleicht dies mit einem Autofahrer, der permanent mit 0.49 Promille fährt. Das sei zwar legal, aber kein Mensch würde behaupten, es sei auf Dauer wirklich sicher. Ein Vorgehen wie das von Etihad Regional könne mittel- bis kurzfristig zur Gefährdung der Flugsicherheit einer Airline führen – mit verheerenden Auswirkungen. Ein Pilot solle und müsse sich auf seine Arbeit im Cockpit konzentrieren. Dort ist kein Platz für Existenzängste und finanzielle Probleme.

«Die Airline-Industrie befindet sich aktuell auf einer Gratwanderung. Überall versucht man zu sparen und alle gesetzlichen Limiten auszureizen, um dem wirtschaftlichen Druck zu widerstehen, dem grundsätzlich alle Airlines ausgesetzt sind – mit Ausnahme der Middle East Carrier und den Billigairlines wie z.B. Ryanair», so Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbandes AEROPERS-SwissALPA. «Dies darf aber unter keinen Umständen zur Gefährdung der Flugsicherheit führen. Piloten wollen ihre Passagiere sicher und zuverlässig an ihr Ziel bringen – und das sollte auch der Wunsch eines jeden Managements sein. Man muss es den Piloten erlauben, dass sie sicher und zuverlässig fliegen können» sagt Hoffmann weiter.

Verfasst von: aeropersredaktion | 06/10/2015

Copiloten sind auch Piloten

Leider herrscht in der Öffentlichkeit noch immer oft ein falsches Bild: First Officer, umgangssprachlich Copiloten, seien keine richtigen Piloten und könnten eine Maschine nicht richtig fliegen. Dass das nicht stimmt, zeigt die folgende Tragödie:

Am Sonntag kam es zu einem tragischen Zwischenfall an Bord einer Maschine der American Airlines. Der Captain  klagte mitten im Flug, der um 23:55 von Phoenix Richtung Boston startete, über Unwohlsein und verstarb später.

Der First Officer übernahm ohne Zögern die Kontrolle über das Flugzeug und leite eine sichere Landung ein. Für die Passagiere von Flug 550 bestand während des gesamten Fluges zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Denn sowohl der Captain, als auch der First Officer sind ausgebildet die Maschine zu fliegen.

Gemeinsam sorgen die beiden Piloten im Cockpit für Sicherheit und Zuverlässigkeit. Sollte der Kapitän am Boden nicht anwesend oder im Flug nicht mehr handlungsfähig sein, übernimmt der First Officer als Stellvertreter die Verantwortung für Flugzeug, Besatzung und Passagiere.

Der Captain und der der First Officer bilden ein Team im Cockpit, mit dem Ziel absolute Sicherheit für die Passagiere zu gewährleisten. Damit sich keine Routinen einschleichen, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten, fliegen die Piloten ständig in wechselnder Besetzung, es kommt also selten vor, dass der gleiche Kapitän mit dem gleichen First Officer  fliegt.

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